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Di, 15. Oktober 2013, 13:17

Software::Web

Schwierige Do-not-Track-Standardisierung

Do-not-Track (DnT) ist der Versuch, die Interessen von Verbrauchern als auch Werbetreibenden beim Surfen im Internet unter einen Hut zu bekommen. Jetzt droht der Standardisierungsgruppe beim W3C das Aus.

Erweiterte Optionen mit »Do Not Track«

Hans-Joachim Baader

Erweiterte Optionen mit »Do Not Track«

Mit DnT kann der Anwender im Browser seinen Willen kundtun, was das Protokollieren seines Verhaltens im Web angeht. Der Werbetreibende kann dann immer noch frei entscheiden, ob er den Wunsch des Anwenders respektiert. So die Idee, die eine Arbeitsgruppe beim World Wide Web Consortium (W3C) seit 2011 ausarbeitet und 2014 zur Standardisierung bringen möchte. Der Gruppe gehören neben Vertretern der Browserhersteller und Telekommunikationsanbietern wie Comcast und AT&T und der Federal Trade Commission sowie Vertretern der Werbetreibenden auch Firmen wie Adobe und Bürgerrechtsgruppen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) an.

Bisher scheitert das Fortschreiten des Unterfangens an der Definition von Tracking. Während die Werbeindustrie mit dem jetzigen Status quo leben könnte, wonach der Werbetreibende selbst entscheidet, ob er den Wunsch des Anwenders respektiert, fordern Bürgerrechtler, den Begriff Tracking auf das Datensammeln generell auszudehnen. Brooks Dobbs, Datenschutzbeauftrager des Marketingunternehmens KBM Group, beschrieb die Frustration so: »Wir befinden uns seit zwei Jahren in diesem Prozess und haben nicht mal definiert, was Tracking überhaupt ist. Es wurden viele Stunden hiermit verbracht und wir können uns nicht einmal einigen, was unser gemeinsames Ziel ist. Ich finde das sehr beschämend.«

Beim letzten Treffen am 2. Oktober kam es zu einer Abstimmung über die Fortführung des Projekts, die mit einer hauchdünnen Mehrheit von 22 aus 43 Stimmen die Fortführung beschloss. Zwanzig Mitglieder sahen einen weiteren Verbleib in der Arbeitsgruppe als nicht sinnvoll an, 17 stimmten für deren Auflösung. Für Letzteres plädierte beispielsweise der Anwalt der EFF, da er keine Chance mehr sah, zu einem Standard zu gelangen, den seine Organisation mittragen würde. Ein Vorschlag, aus der verfahrenen Situation zu entkommen, wurde sogar von 26 Mitgliedern abgelehnt.

Die vor Wochen bereits aus der Arbeitsgruppe ausgetretene Digital Advertising Alliance, die sich als Selbstregulierungsorgan derer versteht, die online Werbung betreiben, hat eine eigene Gruppe mit zurzeit 20 Mitgliedern ins Leben gerufen und einigte sich darauf, im Frühjahr 2014 eine Richtlinie zur Standardisierung vorzulegen. Neben Werbetreibenden und Konsumenten sollen der Gruppe auch zwei Vertreter von Browserherstellern angehören. Das W3C muss nun entscheiden, ob es seine Standardisierungsgruppe in dieser verfahrenen Situation weiter arbeiten lässt oder das Vorhaben als gescheitert betrachtet und einstellt.

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