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Mi, 16. Oktober 2013, 14:32

Gesellschaft::Wirtschaft

Oracle: Open Source nicht für das US-Militär geeignet

Oracle behauptet in einem Weißbuch an das US-amerikanische Verteidigungsministerium (DoD), Open-Source-Software (OSS) sei nicht stabil genug und teurer als es den Anschein habe.

oracle.com

Oracle wurde mit der Übernahme von Sun Microsystems im Jahr 2009 zu einer ernstzunehmenden Kraft im OSS-Bereich. Allerdings verscherzte sich das Unternehmen schnell alle Sympathien mit der OSS-Gemeinde durch seinen Umgang mit OpenOffice.org und MySQL.

Jetzt versucht Oracle, das DoD in seinem Weißbuch (PDF) davon zu überzeugen, dass für die Belange des Ministeriums OSS nicht der richtige Weg sei, da kommerzielle Software dieser in wichtigen Belangen überlegen sei. Oracle rät dem DoD davon ab, selbst OSS-Applikationen für seine eigenen Belange zu entwickeln. Der Tenor des Weißbuchs zielt auf erhöhte Kosten in der Entwicklung von Open Source ab, die sich laut Oracle vor allem in den Lohnkosten und beim Support verstecken. Oracle behauptet weiterhin, dass OSS unter Umständen nicht im nötigen Maßstab skaliert, hier sei kommerzielle Software überlegen, da Softwareunternehmen über ausgefeilte Abläufe zum Testen solcher Szenarien verfügten, »vor allem, wenn es um Robustheit und Zuverlässigkeit unter hoher Last geht«.

Mit einem kommerziellen Produkt, bevorzugt einem von Oracle, müsse sich das DoD auch keine Gedanken über die Integration der Software in die unzähligen Hardware-Ökosysteme zu machen, da Oracle dies bei seinen Produkten bereits erledigt hat. Auch die Zertifizierung von OSS könne problematisch sein, auch hier seien kommerzielle Produkte im Vorteil, da sie gemeinhin bereits zertifiziert ausgeliefert würden.

In einem weiteren Argumentationsstrang wirft das Papier die Frage auf, ob es angemessen sei, dass eine durch die Regierung finanzierte Organisation selbst OSS entwickelt, wenn private Anbieter wie Oracle die nötige Software bereits in effizienter Weise für viele Industriezweige entwickelt haben.

Das Weißbuch verleugnet nicht, dass Oracle auch in OSS macht, aber nach deren Lesart ergibt OSS nur dann Sinn, wenn die Integration in die verschiedenen Hard- und Software-Stacks von einem Unternehmen wie Oracle geleistet wird. Für das DoD empfiehlt Oracle aber seine kommerziellen Produkte, wenn es heißt: »Oracle sorgt mit dafür, dass OSS-Produkte mit der sie umgebenden Infrastruktur gut zusammenarbeiten und für den Unternehmenseinsatz geeignet sind. Jedoch empfehlen wir für die anspruchsvollen missionskritischen Fähigkeiten, die die meisten DoD-Projekte voraussetzen, unsere herausragenden kommerziellen Software-Produkte.«

Eine Nachricht der lezten Tage könnte mit ein Grund dafür sein, warum Oracle jetzt ein Weißbuch zu OSS herausgibt. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Gesundheitsdatenbank Spline des britischen National Health Service, die bisher mit Oracle-Software läuft, ab 2014, mit dem Auslaufen der Verträge mit Oracle, auf OSS laufen soll. Erst 2011 musste Oracle zudem 200 Millionen US-Dollar an die US-Regierung zahlen, um einen Rechtsstreit beizulegen. Oracle war von der US-Regierung wegen Betrugs verklagt worden, weil es entgegen einer Zusage Rabatte, die es der freien Wirtschaft einräumte, der US-Regierung vorenthielt.

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Kommentare (Insgesamt: 52 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Sehr schön, dem Drecksladen geht die Muffe (Tidirium, Do, 24. Oktober 2013)
Re[2]: Militär und OSS (blablabla, Do, 24. Oktober 2013)
Re[4]: Militär und OSS (blablabla, Do, 24. Oktober 2013)
Re[2]: Endlich... (blablabla, Do, 24. Oktober 2013)
Re[2]: Verbot von mil. Nutzung in die GPL! (blablabla, Do, 24. Oktober 2013)
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