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Do, 24. Oktober 2013, 08:48

Gesellschaft::Politik/Recht

Mozilla gegen unzureichenden DRM-Standard

Brendan Eich von Mozilla hat die aktuellen Standardisierungsbemühungen für DRM-Verfahren in HTML5 kritisiert. Mozilla spricht sich nicht grundsätzlich gegen DRM aus, hält aber den Standardvorschlag für so unvollständig, dass er nutzlos ist.

Mozilla

Schon seit mindestens einem halben Jahr werden im World Wide Web Consortium (W3C) Beratungen geführt, um DRM-Maßnahmen als Erweiterungen von HTML zu standardisieren. Der Vorstoß kommt von Firmen wie Netflix, Microsoft, Google und BBC. Ein konkreter Vorschlag liegt inzwischen mit den Encrypted Media Extensions vor. Eine kurze Erläuterung dazu hat Henri Sivonen verfasst.

Die Meinung der FSF zu DRM in HTML sowie eine entsprechende Petition interessierten die Proponenten des Entwurfs offenbar nicht. Auch Mozilla ist im W3C aktiv. Die Organisation, die sich für ein offenes Web einsetzt, hat keinerlei Interesse daran, DRM zu implementieren, wie Brendan Eich in seinem Blog erläutert. Wie die FSF, die DRM stets als Digital Restrictions Management bezeichnet, da DRM den Benutzern verwehrt oder zumindest erschwert, erworbene Produkte im vollen Umfang zu nutzen, hält Mozilla grundsätzlich für feindselig gegenüber Benutzern, freier Software und Browser-Herstellern, die kein DRM anbieten.

Doch Unternehmen wie Netflix werden weiterhin DRM einsetzen, unabhängig von der weiteren Standardisierung. Netflix nutzt sogar schon jetzt die vorgeschlagenen Encrypted Media Extensions (EME), wo die Browser das unterstützen. Dies bringt Mozilla in eine Zwickmühle, da Benutzer wohl zu einem anderen Browser wechseln werden, wenn sie in Firefox ihre Filme nicht sehen können.

Andererseits wird Mozilla selbst sicher kein DRM implementieren. Allerdings sieht es weiterhin kein Problem darin, wenn DRM in Plugins oder Erweiterungen von Drittanbietern ausgeliefert wird. Das ist bereits jetzt mit Flash, Silverlight und anderen der Fall. EME stellt lediglich eine Sammlung von weiteren Plugins, CDM genannt, dar und wird daher auch nicht prinzipiell abgelehnt, hat aber laut Brendan Eich einige schwerwiegende Probleme. Eines davon ist, dass keines der Plugins Teil der EME-Spezifikation ist. Damit wird jeder Browser sein eigenes System haben, es wird keine Kompatibilität erreicht.

Mozilla wird daher weiter an EME mitarbeiten, aber den Entwurf möglicherweise ablehnen, wenn keine ausreichende Spezifikation zustande kommt. Die notwendigerweise proprietären DRM-Module vergleicht Eich mit ActiveX-Komponenten aus längst vergangenen schlechten Zeiten. Er propagiert Alternativen zu DRM wie Wasserzeichen und arbeitet diesbezüglich nach seinen Angaben auch mit einigen Medienunternehmen zusammen.

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