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Fr, 8. November 2013, 12:23

Software::Distributionen::Canonical

Canonical mahnt Ubuntu-kritische Webseite ab

Wie der Betreiber der Webseite »Fix Ubuntu« bekannt gab, wurde er von dem Sponsor der Ubuntu-Distribution, Canonical, gebeten, das Logo der Distribution zu entfernen und den Namen »Ubuntu« aus dem Domainnamen zu tilgen. »Fix Ubuntu« stellt eine Anleitung bereit, wie die Online-Suche bei Ubuntu ausgeschaltet werden kann.

Canonical

Micah Lee, »staff technologist« der Electronic Frontier Foundation (EFF) und Betreuer der Firefox- und Chrome-Erweiterungen »HTTPS Everywhere« gehört nicht zu den Personen, die Ubuntus vor knapp einem Jahr vorgestellte Suche für eine herausragende Errungenschaft halten. Um seinen Unmut über die Funktionalität kundzutun, gründete der Entwickler eine eigens sich dem Thema widmende Webseite. Der Name: »Fix Ubuntu«. Darin erklärt Lee, wie Anwender mit wenigen Schritten die Amazon-Suche abschalten und die seiner Meinung nach unnötigen Erweiterungen deinstallieren können.

Ob seiner Aktivitäten, seiner Persönlichkeit oder irgendwelcher Diskrepanzen wegen hat nun Lee, seinen Aussagen nach, von dem Ubuntu-Sponsor Canonical eine E-Mail erhalten. In dieser fordert das Unternehmen den Betreiber auf, jegliche Logos der Distribution zu entfernen und nicht mehr den Namen »Ubuntu« im Domainnamen zu nutzen. Faktisch gesehen fordert Canonical von Lee nichts Geringeres als die Einstellung der Seite unter dem alten Namen. Der Entwickler stellte daraufhin den Inhalt der E-Mail auf seinem Blog der interessierten Öffentlichkeit vor.

Als Grundlage für seine Forderung nennt Canonical das Recht an der eigenen Marke. Die Richtlinien des Unternehmens sehen vor, dass die Nutzung des Namens für Marketingzwecke, einschließlich der Nutzung im Domainnamen, der Zustimmung des Unternehmens bedürfe. Lee selbst sieht das allerdings nichts so und argumentiert, dass die Nutzung unter die sogenannte »Nominative Nutzung« falle. Die US-Doktrin deckt die nichtkommerzielle Nutzung von Marken ab, wenn sie dazu genutzt werden, sie zu kommentieren oder zu kritisieren.

»Obwohl ich mir meiner Rechte sicher bin, habe ich mich dazu entschlossen, das Ubuntu-Logo von meiner Seite zu entfernen und einen Disclaimer hinzuzufügen«, so Lee in seiner Erklärung. Darin distanziert sich der Entwickler von Canonical und erklärt, dass die Seite in keinster Weise mit Canonical verbunden sei. Die Anwälte von Lees Arbeitgeber EFF haben zudem laut Aussagen des Entwicklers bereits auf die Aufforderung reagiert.

Canonicals Vorgehen gegenüber »Fix Ubuntu« überrascht. So hat das Unternehmen zwar stets seine Rechte an Ubuntu bekräftigt und achtet beispielsweise penibel darauf, dass nicht offizielle Ableger von Ubuntu nicht in Unternehmensnähe gerückt werden, doch ließ Canonical die Nutzung des Markennamens auch in Domainnamen zu. Unter anderem berichtet die kommerzielle Seite »OMG! Ubuntu!« seit etlichen Jahren über Ubuntu. Auch das deutsche Portal »Ubuntuusers« trägt den Distributionsnamen in der URL. Sollte die Aufforderung zur Unterlassung deshalb lediglich der Kritik an Ubuntu geschuldet sein, hinterließe sie einen Nachgeschmack. Lee selbst spricht von einem Verhalten nicht im Sinn von Open Source.

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Kommentare (Insgesamt: 52 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: VON ANFANG AN GEPLANTER OPENSOURCE_RAUB! (WEHRT EUCH!) (verstehe ich nicht, Di, 19. November 2013)
VON ANFANG AN GEPLANTER OPENSOURCE_RAUB! (WEHRT EUCH!) (^7 rm1911|meesdorfrangers, So, 17. November 2013)
Das nennt man Schadensbegrenzung (skinnie, Mo, 11. November 2013)
Re[2]: Was ich schon seit Ewigkeiten sage: (skinnie, Mo, 11. November 2013)
Re: die ära ubuntu ist vorbei (stevenklein, Mo, 11. November 2013)
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