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Fr, 22. November 2013, 15:06

Software::Desktop

Emacs als Textverarbeitung?

Richard Stallman, Präsident von GNU, hat einen bereits 25 Jahre alten Wunsch wieder ins Licht gerückt: Emacs solle WYSIWYG-Fähigkeiten erhalten, um mit anderen Textverarbeitungen konkurrieren zu können. Es müssen sich allerdings Freiwillige finden, die diesen Wunsch umsetzen.

GNU Emacs 23 im nXML-Modus beim Bearbeiten einer Docbook-Datei

Daniel Stender

GNU Emacs 23 im nXML-Modus beim Bearbeiten einer Docbook-Datei

Emacs ist nicht nur ein Texteditor mit zahllosen Plugins, sondern im Kern ein Interpreter für den LISP-Dialekt Emacs Lisp. Das Editieren von Texten mit allen erdenklichen Funktionen einschließlich des Arbeitens mit mehreren Dateien zugleich ist nur eine der vielen Funktionen von Emacs. Erweiterungen machen ihn praktisch zur universellen Entwicklungsumgebung, zum umfassenden E-Mail-Client, zum Webbrowser und vieles mehr. Auch die Textverarbeitung z.B. mit LaTeX ist kein Problem. Was fehlt, ist eine WYSIWYG-Funktionalität, wie sie beispielsweise LibreOffice bietet.

Der Gründer und Präsident von GNU, Richard Stallman, legte auch den Grundstein der GNU-Software, indem er viele wichtige Programme von Grund auf neu schrieb. Darunter befanden sich auch GCC und insbesondere Emacs. Die Unix-Version von Emacs wurde 1984 begonnen, es gab jedoch bereits seit 1976 Vorläufer, die als Sammlung von Makros für den Editor TECO auf dem damaligen Betriebssystem ITS entstanden. Stallman erinnerte jüngst auf der Emacs-Mailingliste daran, dass er schon vor 25 Jahren hoffte, dass Emacs die WYSIWYG-Fähigkeiten einer Textverarbeitung erhalten würde. Zu diesem Zweck wurden bereits Grundlagen wie Texteigenschaften und Schriften mit variabler Breite implementiert. Doch danach tat sich in dieser Hinsicht nichts mehr, auch wenn Emacs inzwischen auch von rechts nach links geschriebene Texte beherrscht. Stallman, der längst nicht mehr selbst programmiert, stellt nun die einfache Bitte, dass die aktiven Entwickler die benötigten Features implementieren sollten.

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Die resultierende Diskussion ist sicherlich noch nicht abgeschlossen, führte aber dazu, dass Pascal J. Bourguignon bereits einige Spezifikationen für den zu implementierenden »Wordprocessing Mode« gab. Neben einigen zu erwartenden Anforderungen schlägt er ein SGML-basiertes Dateiformat vor, dessen DTD mit Docbook nutzbar sein soll. Docbook XSL könnte für Metadaten genutzt werden. Die Metadaten könnten in einem separaten Fenster editiert werden, wodurch die volle Leistungsfähigkeit von Emacs zur Verfügung stünde. Für die meisten Benutzer müssten indes komfortablere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Offensichtlich ist also Interesse an der von Stallman gewünschten Erweiterung vorhanden. Was dabei herauskommt und wie lange es dauert, ist allerdings noch nicht abzusehen.

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