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Fr, 6. Dezember 2013, 10:19

Software::Multimedia

Freier Audio-Codec Opus 1.1 freigegeben

Wie sich kürzlich bereits abzeichnete, wurde der freie Audio-Codec Opus jetzt in Version 1.1 veröffentlicht. Eine ganze Reihe von Verbesserungen soll zu besserem Klang und mehr Effizienz führen. Doch auch die Geschwindigkeit wurde deutlich gesteigert.

opus-codec.org

Opus ist ein Audio-Codec, der eine weite Palette an Applikationen von Voice-over-IP über Videokonferenzen bis hin zu Live-Musik-Darbietungen unterstützt. Die Bandbreite reicht von 6 kbit/s für schmalbandige Sprachübertragung bis hin zu 510 kbit/s für hochwertige Stereo-Übertragung von Musik.

Opus wurde 2012 von der IETF als RFC 6716 standardisiert, was in der freien Softwarewelt als großer Sieg für offene Standards gefeiert wurde. Denn Opus, der unter Einbeziehung des SILK-Codecs von Skype und des CELT-Codecs von Xiph.org entwickelt wurde, ist frei und nach aktuellem Stand auch nicht von Patenten belastet.

Für eine effektive Kompression verwendet Opus sowohl Linear Prediction (LP) als auch Modified Discrete Cosine Transform (MDCT). Er kann über die gesamte Bandbreite von 8 bis 48 KHz mit allen verfügbaren Bitraten nahtlos skalieren. Er eignet sich auch für Internet-Radio, Streaming und Sound-Effekte in Spielen und bietet dabei bei mindestens gleicher Qualität bessere Kompressionsraten als MP3, Ogg oder AAC.

Rund zwei Jahre nach Opus 1.0 wurde jetzt Opus 1.1 freigegeben. Die neue Version wartet mit Verbesserungen im Kodieren von Surround-Audio auf. Die schon in Version 1.0 vorhandene Möglichkeit der Surround-Kodierung soll damit deutlich effizienter werden.

Eine verbesserte Tonalitäts-Schätzung soll die Klangqualität in einigen Fällen verbessern. Opus kann in zwei unterschiedlichen Modi laufen: Sprachmodus (SILK-Codec) und Musikmodus (CELT-Codec). War es bislang nötig, manuell zwischen beiden zu unterscheiden, so beherrscht Opus die Modus-Einstellung jetzt automatisch. Es wird das jeweils geeignete Verfahren oder gar eine Kombination von beiden verwendet, um eine optimale Kompression zu erreichen.

Außerdem wurde die Stereo-Kompression optimiert, indem berechnet wird, wie stark die Kanäle übereinstimmen. In einigen Fällen kann jetzt auch anstelle einer festen Bitrate pro Kanal eine dynamisch angepasste Rate zum Einsatz kommen. Nicht zuletzt soll Opus 1.1 deutlich schneller sein als Version 1.0, beim Kodieren bis zu 29% und beim Dekodieren bis zu 68%. Weitere Optimierungen in kommenden Versionen sind noch möglich. Die ausführliche Beschreibung der Neuerungen zeigt nicht nur die Mathematik hinter dem Codec auf, sondern gibt auch zahlreiche Hörbeispiele.

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