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Mi, 11. Dezember 2013, 10:48

Software::Virtualisierung

Cloud-Betriebssystem Mirage OS 1.0 veröffentlicht

Das auf den Hypervisor Xen aufsetzende Mirage OS der Xen Foundation ist ein weiteres Betriebssystem für Cloud-Umgebungen, das auf einen Unikernel setzt und im Dezember in einer ersten stabilen Version erscheint.

Mirage OS im Vergleich mit herkömmlicher Virtualisierung

Xen Foundation

Mirage OS im Vergleich mit herkömmlicher Virtualisierung

Abgespeckte Cloud-Betriebssysteme liegen im Trend, erst vor wenigen Tagen trat mit Cloudius der Hersteller des Cloud-Betriebssystems OSv der Linux-Foundation bei. Stammt OSv aus der Umgebung der KVM-Macher, so wird Mirage OS seit 2009 hauptsächlich an der Universität vom Cambridge entwickelt und von der Xen Foundation herausgegeben. Mirage OS ist auf x86- und ARM-Plattformen lauffähig.

Mirage OS und darauf laufende Anwendungen sind in Ocaml programmiert. Das System verzichtet auf einen herkömmlichen Kernel und setzt auf einen Unikernel, was zu einer weiteren Verschlankung des Systems führt, da der Unikernel neben der Applikation lediglich die nötigen Teile des Betriebssystems enthält. Damit lassen sich sehr schlanke und kostensparende Systeme realisieren, die weniger verwundbar sind, weniger Overhead aufweisen und weniger RAM und Speicherplatz benötigen als Cloud-Anwendungen, die auf einem herkömmlichen Betriebssystem aufsetzen. Als ein Anwendungsbeispiel erwähnt die Ankündigung der Xen Foundation die Webseite von OpenMirage, die inklusive sämtlicher Inhalte etwa ein Megabyte groß ist und auf Amazon EC2 gehostet in rund einer Sekunde bootet.

Mirage OS setzt auf Xen auf und realisiert über Bibliotheken benötigte Funktionalität, etwa die eines Network-Stacks. Applikationscode kann in Linux- oder Mac OS X-Umgebungen geschrieben und dann als Unikernel kompiliert werden. Dieser Unikernel läuft dann direkt auf dem Xen-Hypervisor-API. Implementationen von TCP/IP, DNS, SSH, OpenFlow, HTTP, XMPP und weiterer Protokolle sind in den bisher über 50 Bibliotheken realisiert, die es dem Entwickler erleichtern sollen, Applikationen mit den benötigten Betriebssystemfunktionen zu versehen und zu einem Standalone-Unikernel zu kompilieren.

Mirage OS wird nicht als Ganzes auf einmal veröffentlicht, die Xen Foundation will im Dezember sukzessive alle Bibliotheken, begleitet von erklärenden Blog-Beiträgen, der Öffentlichkeit vorstellen. Das Projekt ist auf GitHub gehostet und unterliegt der von der Open Source Initiative anerkannten ISC-Lizenz.

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