Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mi, 11. Dezember 2013, 14:20

Gesellschaft::Wirtschaft

Fairnopoly startet neue Crowdfunding-Kampagne

Das Unternehmen Fairnopoly, das eine auf konsequente Fairness und freie Software setzende Konkurrenz zu den bekannten Internet-Einkaufsplattformen etablieren will, hat sich ein ambitioniertes Ziel für die zweite Crowdfunding-Kampagne gesetzt. Eine halbe Million Euro sollen dazu beitragen, den bereits gestarteten Online-Markt komfortabler zu machen.

Mitte 2012 als Projekt gegründet, wurde Fairnopoly Ende 2012 zu einem Unternehmen, dessen Ziel es ist, eine Alternative zu den beiden großen Online-Marktplätzen, Amazon und Ebay, die sich beide eine monopolartige Stellung geschaffen haben, auf die Beine zu stellen. Eine erste Crowdfunding-Kampagne im Februar 2013 war erfolgreich und brachte mit 210.000 Euro das Vierfache der anfänglich angestrebten Summe ein. Dadurch konnte der Marktplatz am 24. September dieses Jahres online gehen. Noch ist das Angebot aber überschaubar und die Funktionalität ist begrenzt.

Daher hat das Unternehmen jetzt eine zweite Crowdfunding-Kampagne auf Startnext aufgelegt. Das Minimalziel, das nach Ansicht von Fairnopoly ziemlich sicher zu erreichen ist, sind 125.000 Euro. Als Maximalziel gelten 500.000 Euro. Wer zur Kampagne beiträgt, leistet keine Spende, sondern erhält Anteile an der Genossenschaft. Mit dem eingenommenen Geld will Fairnopoly die Marktplatz-Software weiterentwickeln, die damit noch 2014 komfortabler und für professionelle Händler nutzbar wird. Eine App für Mobilgeräte soll das Einstellen von Artikeln erleichtern. Marktplätze für Dienstleistungen könnten hinzukommen, eine Bezahlungslösung mit Treuhandfunktion und Käuferschutz, soziale Netzwerk-Funktionalität und einiges mehr. Im Bereich der Genossenschaft selbst sollen eine Online-Generalversammlung und weitere interaktive Beteiligungsmöglichkeiten (gemeinsam mit Liquid Democracy als Partner) entstehen. Arbeitsgruppen sollen eingebunden werden, in denen Mitglieder und Nutzer aktiv an Fairnopoly mitarbeiten können, und Anfang 2014 soll eine zertifizierte Gemeinwohl-Bilanz erstellt werden. Die crowd-basierte Öffentlichkeitsarbeit soll fortgesetzt werden, außerdem soll ein Genossenschaftsnetz mit progressiven Partnern (Genonetz) entstehen und das Fairnopoly-Helden-Programm soll ausgebaut werden. Falls das Maximalziel nicht erreicht wird, werden die Arbeiten entsprechend der verfügbaren Mittel reduziert.

Bei Fairnopoly sollen Fairness und Transparenz an erster Stelle stehen. Dazu gehören die Förderung von Fair Trade-Produkten und die Unterstützung von Transparenz und Anti-Korruptionsinitiativen. Dies soll durch Offenheit und Kooperation erreicht werden. So ist die Plattform selbst, die in Ruby On Rails entwickelt wird, freie Software und auf Github zu finden. Per Satzung soll alles durch Fairnopoly produzierte Wissen unter eine offene Lizenz gestellt werden.

Im Sinne dieser Transparenz hat das Unternehmen jetzt auch darauf hingewiesen, dass Hasbro, Hersteller des Spiels Monopoly, von Fairnopoly eine Namensänderung verlangt hat, da Fairnopoly angeblich die Marke Monopoly verletze. Fairnopoly hält die Forderung für nicht gerechtfertigt, da die Marke Monopoly sich nicht auf die Bereiche beziehen könne, in denen Fairnopoly agiert. Zudem sei der Name durch die Meinungsfreiheit gedeckt, denn mit dem durchaus bewussten Verweis auf das Spiel sei eine Kritik an Monopolierungsbestrebungen der Wirtschaft verbunden. Fairnopoly setzte daher Hasbro eine Frist bis zum 13. Dezember, die Forderung zurückzunehmen, andernfalls wird der Fall wohl vor Gericht gehen.

Fairnopoly hat sich als Genossenschaft organisiert, setzt auf Crowdfunding durch zahlreiche kleine Investoren und schließt große Investoren per Satzung aus. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass einzelne Investoren zu viel Einfluss gewinnen. Das Projekt bezeichnet das entstehende Modell als »Genossenschaft 2.0«. Einige der Grundsätze von Fairnopoly sind, keine Werbung zu schalten, keinen blinden Konsum, sondern Nachhaltigkeit und auch den Handel mit gebrauchten Artikeln zu fördern, und die Gewinne in vier gleiche Teile zu teilen, die für folgende Zwecke verwendet werden: Ausschüttung an die Anteilseigner, Ausschüttung an die Besitzer von »FAIR Founding Points«, Spenden an gemeinnützige Organisationen und Weiterentwicklung von Fairnopoly. Für das Handeln auf der Plattform erhalten Nutzer automatisch Anteilspunkte, die sie zur Mitverfügung darüber berechtigen, wohin ein Teil der Gewinne gespendet wird.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung