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Mo, 16. Dezember 2013, 12:26

Software::Distributionen::Debian

SteamOS 1.0 Beta auf der Basis von Debian 7.1 »Wheezy« erschienen

Wie angekündigt hat Valve vor wenigen Tagen, zeitgleich mit dem Versand von 300 Paketen mit Prototypen-Hardware an Tester in den USA auch die erste Version von SteamOS freigegeben.

SteamOS

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Die Basis des Betriebssystems, das für die Steam Machines konzipiert wurde, ist ein Debian 7.1 »Wheezy« mit einigen Anpassungen. So wurde, damit der Steam-Client lauffähig ist, ein Backport der eglibc 2.17 verwendet und die entsprechenden Pakete dagegen gebaut. Zudem sind die proprietären Treiber von AMD und Nvidia, Mesa 9.2 sowie die Pakete für den Steam-Client enthalten. Um die verschiedenen Teile grafisch miteinander zu verbinden, bringt SteamOS einen eigenen Compositor mit. Darüber hinaus kommt anstelle eines Kernels aus der Serie 3.2 bei SteamOS der mit Langzeit-Support versehene Kernel 3.10 zum Einsatz. Ansonsten entspricht das System Debian 7.1 und lässt sich auch als solches verwenden.

SteamOS 1.0 Beta, das mit dem Codenamen »Alchemist« getauft wurde, ist auf die zum Test ausgelieferten Steam Machines zugeschnitten. Deshalb beschränkt Valve die Benutzung in der Ankündigung auf Nvidia-Grafikkarten und setzt zudem ein UEFI-Mainboard voraus. Diese Beschränkungen sind mittlerweile alle durch Workarounds umgangen worden, sodass sowohl ein normales BIOS als auch AMD- und Intel-Treiber verwendet werden können. Für AMD-Karten lässt sich der bereits vorhandene Treiber fglrx nutzen, bei Intel muss lediglich der Eintrag nomodeset aus der Bootzeile entfernt werden, damit der Intel-Treiber Kernel-Modesetting nutzen kann. Um in diesem Zusammenhang auch nur halbwegs sinnvoll den freien Nvidia-Treiber Nouveau nutzen zu können, ist Mesa 10.x erforderlich, dass derzeit noch nicht in Debian erhältlich ist.

SteamOS wird mit zwei Installationsmethoden angeboten. Für Linux-Neulinge am einfachsten ist das 2,4 Gigabyte große Clonezilla-Image, das allerdings eine Festplatte von einem Terabyte voraussetzt. Das erklärt sich daraus, dass das Image ein Abzug der Festplatte der Test-Hardware ist. Das zweite Image basiert auf dem Debian-Installer, der leicht modifiziert wurde. Dieses Image setzt eine Platte mit 500 Gigabyte voraus. Zum jetzigen Zeitpunkt löschen beide Installationsmethoden sämtliche Daten auf der Festplatte, eine Partitionierung ist nicht möglich. Als minimale Voraussetzungen für die Installation nennt Valve eine 64-Bit-CPU von Intel oder AMD, vier Gigabyte Hauptspeicher, eine Festplatte mit 500 Gigabyte, eine Nvidia-Grafikkarte und das bereits erwähnte UEFI-gestützte Mainboard. Die Installation erfolgt von einem USB-Stick, der vier Gigabyte Kapazität haben muss.

Nach der Installation startet SteamOS in den »Big Picture Mode«, den Valve für das Spielen am Fernseher entworfen hat. Um von dort auf das darunter liegende Debian zugreifen zu können, muss dies zuerst in den Steam-Settings freigeschaltet werden. Danach kann man den Modus per Icon wechseln und hat ein normales Debian, in dem man zusätzliche Pakete nach Bedarf installieren kann. Noch nicht realisiert wurde in der Beta-Version der »In-Home-Streaming«-Modus, der es erlaubt, Spiele von einem Computer, der auch unter Windows oder Mac OS laufen kann, über eine Netzwerkverbindung auf die Steam Machine zu streamen.

Valve hat für SteamOS einen Auto-Updater geschrieben, der das System in der Testphase täglich mit Fehlerbereinigungen und Änderungen aktualisiert. Im späteren stabilen Betrieb wird der Turnus der Updates bei Monaten liegen. Der Auto-Updater benutzt als Unterbau Debians APT.

Die Installations-Images für SteamOS bietet Valve auf seiner Webseite zum Download an, eine Paketliste ist ebenfalls verfügbar Mit den derzeitigen Restriktionen bei der Installation macht ein Test nur für wirkliche Enthusiasten Sinn. Ansonsten ist es einfacher, den Steam-Client unter Ubuntu oder Debian-Testing oder -Unstable zu installieren. SteamOS ist bis auf wenige Teile freie Software. Valve hat bereits in der Entwicklungsphase begonnen, Treiber- und Xorg-Patches an Debian zurück zu geben und wurde gleich nach Erscheinen von SteamOs eingeladen, den Debian Derivatives beizutreten.

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