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Mo, 30. Dezember 2013, 13:11

Gesellschaft::Politik/Recht

Europäische Grüne wollen E-Mails verschlüsseln

Als Reaktion auf den Überwachungsskandal wollen die Abgeordneten der Grünen/EFA im Europäischen Parlament künftig verschlüsselt kommunizieren. Dabei soll ausschließlich freie Software zum Einsatz kommen.

EU

Wie die Enthüllungen Edward Snowdens gezeigt haben, gibt es nahezu nichts, was von der NSA und anderen Geheimdiensten weltweit nicht abgehört und aufgezeichnet wird. Nur eine Kommunikation, die mit anerkannt sicheren Verfahren verschlüsselt ist, ist noch sicher, solange den Geheimdiensten nicht der Schlüssel in die Hände fällt.

Die Fraktion der Grünen/European Free Alliance im Europäischen Parlament, verurteilt die Geheimdienste scharf. Da sich jedoch diesbezüglich nichts ändern wird, solange die Falschen an der Macht sind, zieht sie jetzt erste Konsequenzen. E-Mail soll künftig nur noch verschlüsselt gesendet werden. Da in proprietäre Software, wie sie auch im Europäischen Parlament noch eingesetzt wird, kein Vertrauen gesetzt werden kann, wird die Fraktion dafür freie Software verwenden.

Die Grünen starten zunächst einen kleinen Versuch mit zehn Laptops. Sie arbeiten dabei mit dem neu gegründeten Projekt DebianParl zusammen, das eine auf Debian beruhende Distribution speziell für Parlamentarier entwickelt. Als Debian Pure Blend erfindet diese Distribution das Rad nicht neu, sondern ist identisch mit Debian und enthält lediglich eine andere Standard-Paketauswahl. Ziele von DebianParl sind unter anderem, als Bürorechner für Parlamentarier einsetzbar zu sein, sehr sicher zu sein, wie es dem Einsatzzweck angemessen ist, trotzdem komfortabel benutzbar zu sein und mit der heterogenen IT-Umgebung von Parlamenten, in denen vielfach noch proprietäre Software eingesetzt wird, kompatibel zu sein. Die Wartung der Systeme kann erfahrenem IT-Personal überlassen werden.

Wie der Mitteilung der Grünen/EFA entnommen werden kann, werden in dem Versuch ganz normale Laptops mit dem Debian-System ausgerüstet. Die Grünen begrüßen Debian besonders wegen seines Gesellschaftsvertrags und dem klaren Eintreten für freie Software. Weitere Details nennt der Artikel von Joinup. Demnach arbeitet der IT-Dienst des Europäischen Parlaments, DG ITEC, mit den Freiwilligen von DebianParl und den Grünen zusammen. Der Schwerpunkt der Verschlüsselung liegt zunächst bei der E-Mail. Die Abgeordneten sollen lernen, E-Mails mit PGP zu verschlüsseln, wofür Icedove, die Debian-Version von Thunderbird, und GnuPG zum Einsatz kommen. Dies ist das erste Anwendungsprofil von DebianParl, zu dem später noch weitere hinzukommen sollen.

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