Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 2. Januar 2014, 13:24

Software::Netzwerk

Commotion: Software für vermaschte Netze in Version 1.0 freigegeben

Commotion 1.0 soll die Kommunikation und soziale Vernetzung in lokalen Gemeinschaften ermöglichen. Durch direkte Verbindungen zwischen WLAN-Knoten soll Commotion gegenüber Zensur, Überwachung und natürlich auch Ausfällen resistent sein.

Aufstellung einer WLAN-Antenne in Somaliland

critzo@commotionwireless.net

Aufstellung einer WLAN-Antenne in Somaliland

Commotion benötigt anders als die meisten normalen Netzwerke keine zentralen Router und andere Infrastruktur, die durch Zensur oder Abhören beeinträchtigt werden können. Stattdessen bilden die einzelnen WLAN-Knoten selbst das Netz. Dieses Netz ist prinzipiell von anderen Netzen und dem Internet getrennt, wenn jedoch ein oder mehrere Teilnehmer eine Verbindung zum Internet herstellen, steht diese allen Teilnehmern zur Verfügung. Eine PDF-Datei erläutert das System.

Commotion wurde vom Open Technology Institute (OTI) der New America Foundation entwickelt und kam bereits in der Betaphase in mehreren Regionen der Welt erfolgreich zum Einsatz. Die jetzt freigegebene Version 1.0 stellt neben der Software auch Dokumentation und umfangreiche Schulungsmaterialien bereit. Mit der Software, die vom OTI als Toolkit bezeichnet wird, können WLAN-Geräte, zu denen heutzutage auch zahllose Smartphones zählen, miteinander vernetzt werden und ein lokales Intranet einer Gemeinschaft bilden. Diese Gemeinschaft kann aus einem Stadtviertel oder einer ganzen Stadt bestehen.

Commotion 1.0 wird vom OTI als familienfreundlich angesehen und enthält einfach zu benutzende Oberflächen, Unterstützung von Geräten mit mehreren Netzwerkschnittstellen, geringen Anforderungen an die CPU-Leistung und Speicher, die optionale Serval-Schicht, die eine durchgehende starke Verschlüsselung zwischen den Anwendungen der Teilnehmer ermöglicht, einfaches Update, Unterstützung für viele Plattformen einschließlich vieler WLAN-Router sowie Android- und Linux-Clients.

Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Commotion sind die Stadt Sayada in Tunesien, wo die Kommunikation der Bürger untereinander, aber auch mit der Verwaltung und Unternehmen, so ermöglicht wird. Da öffentliches Internet über WLAN in Tunesien verboten ist, wurden lokale Mirror von Seiten wie Wikipedia und der Stadtverwaltung angelegt sowie Landkarten, eine Auswahl von E-Books, Anwendungen für Chat und anderes in Betrieb genommen. Internetzugang ist möglich, wenn Anwender ihren privaten Zugang für andere freischalten. In Indien wurde eine Hochschule vernetzt, die in Zukunft auch die Umgebung einbinden will, damit die Studenten von ihrer Wohnung aus Lehrer und zum Lernen benötigte Ressourcen erreichen können. In New York überstand eine Installation den Hurrikan Sandy, der die Infrastruktur der Stadt in weiten Teilen lahmlegte, und leistete wichtige Dienste. Pilotprojekte gab es auch in Detroit, Somaliland und anderen Orten.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung