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Do, 6. Februar 2014, 10:36

Hardware::Notebooks

UEFI-Fehler in aktuellen Thinkpads

Ein Fehler im BIOS einiger Lenovo-Thinkpads der aktuellen Generation kann durch das Einsetzen einer Linux-Festplatte oder das Booten einer Linux-Distribution dazu führen, dass die Hauptplatine ausgetauscht werden muss.

UEFI-Bootmenü

Michael Kofler

UEFI-Bootmenü

Wie vor ziemlich genau einem Jahr Samsung ist nun Lenovo von einem Fehler in der UEFI-Implementierung einiger Notebooks betroffen, der die Hardware unbrauchbar macht und zum Austausch des Mainboard zwingt. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind die mit Prozessoren der aktuellen Haswell-Generation ausgestatteten Modelle T540p, L540 und W540 betroffen. Vermutlich sind nur bestimmte Revisionen der Firmware betroffen, klar ist, dass die BIOS-Versionen 1.08 und 1.11 darunter sind.

Der Fehler kann auf mehreren Wegen hervorgerufen werden. Bisher bekannt ist, dass der Einbau einer Festplatte mit Linux als auch der Versuch der Installation einer Linux-Distribution die Hardware schädigen kann. Dabei wird vom BIOS auf einen falschen Bereich der Festplatte zugegriffen und die dort zufällig stehenden Daten fälschlicherweise als Speicherbereich alloziert, was einen Pufferüberlauf und einen Hänger beim POST-Selbsttest verursacht.

Zerstörerisch ist dann der zweite Teil des Fehlers, wenn der zu große Speicherbereich auch ins BIOS NVRAM geschrieben wird und somit auch dem Versuch, das Gerät stromlos zu machen, und ebenfalls dem Austausch der CMOS-Batterie widersteht. Damit ist das Gerät unbrauchbar bis zum Austausch des Mainboards. Der zweite Teil des Fehlers ähnelt sehr dem von Samsung vor Jahresfrist, wo auch zu viele Daten in einen Speicherbereich geschrieben wurden.

Aufgedeckt wurde der Fehler bereits Ende 2013 von Kernel-Entwickler Theodore Ts'o und dessen ebenfalls bei Google arbeitenden Kollegen Marc Merlin. Beide Entwickler hatten von Lenovo das für Ubuntu zertifizierte Thinkpad T540p zum Test erhalten. Ts'o hat drei dieser Geräte zerstört bevor er dem Fehler auf die Schliche kam. Beide hatten SSDs mit Linux-Installationen in das Gerät eingebaut und beim Versuch, zu starten den Fehler ausgelöst.

Derzeit gilt als gesichert, dass das Abschalten von UEFI und Secure Mode und die Verwendung von Legacy-MBR den Fehler verhindert, die Einstellung »Dual-Mode Legacy« soll allerdings nicht sicher sein. Das bedeutet allerdings auch, dass das vorinstallierte Windows 7 nicht mehr startet, da dieses auf einer mit GPT formatierten Partition sitzt und UEFI benötigt. Widersprüchlich ist die Information, das Abschalten von »OS Optimized Defaults« sei ausreichend, da die Deaktivierung die Option »Startup: UEFI/Legacy Boot -> Both« beibehält.

Im Forum von Lenovo häufen sich ebenfalls Berichte von zerstörten Geräten. Hier rät ein Lenovo-Angestellter dazu, die Funktion »Intel Rapid Start Technology« zu deaktivieren. Die gute Nachricht ist, dass Lenovo Mitte Februar eine revidierte Firmwareversion herausbringen will, die den Fehler behebt.

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