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Fr, 14. Februar 2014, 10:32

Software::Distributionen::Ubuntu

Die Woche bei Ubuntu: Fortschritt bei Konvergenz - Rückschritt in weitere Isolation [Update]

Die vergangene Woche brachte gute und schlechte Nachrichten für Canonical. Vodafone trat der Carrier Group für das Ubuntu Phone bei, ein Video zeigt Fortschritte bei der Konvergenz, doch die Entscheidung von Debian für Systemd isoliert Ubuntu weiter.

Canonical

Vor rund einem Monat wurden Smartphones mit Ubuntu Touch als Betriebssystem in signifikanten Größenordnungenfür das Jahr 2014 abgekündigt. Das hatte Community-Manager Jono Bacon in einer Fragerunde auf Reddit erklärt. Bacon rechnet 2014 bestenfalls mit kleinen Herstellern, die solch ein Gerät lokal begrenzt anbieten könnten.

In dieser Woche kann allerdings die Ubuntu Carrier Advisory Group (CAG) einen veritablen Zuwachs verkünden. Neben Telecom-Größen wie der Deutschen Telekom, Everything Everywhere, China Unicom, Korea Telecom, Telecom Italia, LG UPlus, Portugal Telecom, SK Telecom, Telstra und Verizon Wireless zählt nun auch Vodafone zu dieser Gruppe, die ein grundsätzliches Interesse an Ubuntu Phone verbindet. Eine Mitgliedschaft bedeutet Einfluss auf die Entwicklung und zeitlich begrenzte Exklusivrechte, wenn Geräte auf den Markt kommen. Vodafone vertritt über 400 Millionen Kunden in über 30 Ländern.

Auch im Zusammenhang mit Ubuntu Touch steht die zweite gute Nachricht, die von Canonical in dieser Woche zu vernehmen war. In einem Youtube-Video zeigt ein Entwickler die Applikation »Karma Machine« sowohl auf einem Smartphone als auch auf einem Tablet und einem Notebook. Die App machte dabei relativ nathlos von den unterschiedlichen Platzangeboten auf den Geräten intelligent Gebrauch. Bei Karma Machine handelt es sich um einen Reddit-Client, der die Funktionen der Reddit-Webseite in eine App packt. Damit sieht es so aus, als wäre Ubuntu Touch für Ubuntu 2014.04 »Trusty Tahr« auf einem guten Weg.

Die schlechte Nachricht für Canonical in dieser Woche kommt ausgerechnet von der Mutter-Distribution Debian. Deren technischer Ausschuss CTTE hatte sich nach monatelangen Querelen für Systemd als neues Init-System entschieden. Während der Diskussion war oft mit Händen zu greifen, dass die beiden bei Canonical angestellten Ausschuss-Mitglieder den Auftrag hatten, Upstart zum Standard-Init bei Debian zu verhelfen. Das hätte im Endeffekt bedeutet, dass Debian zum Upstream für Upstart werden würde und Canonical die Patches frei Haus erhält.

Die jetzt getroffene Entscheidung für Systemd ist für Canonical in mehrfacher Hinsicht eine schlechte Nachricht. Canonical bleibt damit alleiniger Anbieter einer Distribution, die mit Upstart Systeme hochfährt, nachdem auch RHEL 7 auf Systemd umsteigt. Während sich Debian in die Reihe der Distributionen stellt, die Systemd einsetzen, ist das für Canonical ein weiterer Schritt in die selbstgewählte Isolation. Zudem bekommt Ubuntu ein Problem, da mit logind ein Teil von Systemd eingesetzt wird, der für die Verwaltung von Usern und Sessions zuständig ist. Während sich Debian nun bereits auf Systemd 208 vorbereitet, muss Ubuntu Systemd 204 abspalten und logind selbst pflegen, da mit späteren Versionen logind nicht mehr nutzbar ist, wenn Systemd nicht PID 1 ist. Somit kann Canonical sich jetzt entweder auch für Systemd entscheiden und Upstart aufgeben oder Upstart beibehalten und einen selbstgepflegten Login-Daemon aus einer bereits jetzt veralteten Systemd-Version verwenden.

[Update 15:05] Mark Shuttleworth hat sich in seinem Blog zur Wahl des Init-Systems geäußert. Langfristig wird nach seiner Meinung Ubuntu auf Systemd als Standard umsteigen. Kurzfristig werde man logind ohne Systemd als PID 1 realisieren.

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