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Mo, 17. Februar 2014, 13:13

Software::Distributionen::Canonical

Linux Mint soll Lizenzvertrag mit Canonical schließen

Die Distribution Linux Mint soll für die Nutzung der Binärpakete von Ubuntu einen Lizenzvertrag mit Canonical abschließen. Canonical hatte im Dezember entsprechende juristische Schritte eingeleitet.

Mark Shuttleworth

Mark Shuttleworth, Canonical

Mark Shuttleworth

Jetzt hat das Ubuntu Community Council, eine Art Gemeinderat, der die Aufgabe hat, die sozialen Strukturen und Prozesse des Projekts zu steuern, eine Stellungnahme dazu verfasst. Der Ubuntu-Beirat hatte in den letzten zwei Monaten über diese Anforderung von Canonical diskutiert sowie juristischen Rat von außen eingeholt und mit einer anderen Distribution gesprochen um deren Ansicht dazu zu erfahren. Das Council stellt klar, dass Ubuntu auf seine Außendarstellung achten müsse und dazu gehörten auch die Trademarks und Lizenzen.

Canonical wolle Linux Mint nichts Böses, sondern erachte deren Beitrag zu freier Software als wichtig, man wolle deren Arbeit nicht behindern. Was nun genau und mit welcher Rechtfertigung lizenziert werden soll, geht allerdings aus der Stellungnahme nicht hervor. Ebenso wenig ist klar, ob auch andere Distributionen, die auf Ubuntus Binärpaketen beruhen, Lizenzverträge geschlossen haben oder entsprechende Aufforderungen erhalten haben. Mint ist, glaubt man Distrowatch, derzeit gefragter als Ubuntu. Zudem wird Linux Mint vorinstalliert mit der MintBox verkauft, was eine Konkurrenzsituation schafft.

Linux-Mint-Projektleiter Clement »Clem« Lefebvre hatte den Umstand der Lizenzfrage im Dezember auf Nachfrage von Distrowatch Weekly erläutert, soweit ihm das wegen der laufenden Gespräche damals möglich war. Das Problem war im November 2013 in einem anderen Zusammenhang erstmals aufgekommen. Ein Ubuntu-Entwickler hatte sich auf der Ubuntu-Entwickler-Liste negativ über die Sicherheit von Linux Mint geäußert. Daraufhin gab es Kontakt zwischen Lefebvre und Canonical, in deren Verlauf auch erstmals die Lizenzierung angesprochen wurde.

Demnach sei Lefebvre von Canonicals Rechtsabteilung aufgefordert worden, einen Lizenzvertrag für die Nutzung der Binärpakete zu unterzeichnen, die Linux Mint aus den Ubuntu-Repositorien bezieht. Die Aufforderung sei zunächst mit der Zahlung einer sechsstelligen Summe verbunden gewesen, wobei anscheinend lediglich die Strafbewehrung und nicht die Summe wichtig war, da diese im Gespräch laut Lefebvre schnell auf einen einstelligen Betrag gesenkt werden konnte. Canonical geht es in erster Linie darum, dass Linux Mint im kommerziellen Bereich nicht mit Ubuntu konkurriert. Auf die Frage, wie sich das Projekt dazu verhalten werde, sagte Lefebvre, er halte den Anspruch für nicht gerechtfertigt. Er sehe nicht, wie der Prozess des Kompilierens aus dem Quellcode ein Copyright rechtfertigt. Canonical habe aber in keiner Weise gedroht, die Lizenzierung juristisch oder anderweitig durchzusetzen. Die Beteiligten suchen laut Lefebvre im Gespräch eine Lösung. Wenn eine Übereinkunft gefunden wird, die Linux Mint nicht schadet, sei er bereit, darüber nachzudenken.

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