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Mo, 17. Februar 2014, 14:04

Software::Desktop::KDE

Baloo: Ersatz für Nepomuk in Arbeit

Geht es nach dem Willen des Nepomuk-Entwicklers Vishesh Handa, soll Nepomuk durch eine Neuentwicklung unter dem Namen »Baloo« ersetzt werden. Als Grund nennt Handa diverse Limitierungen der aktuellen Technologie, die, bedingt durch die genutzte Architektur, nicht einfach korrigiert werden können.

kde.org

Nepomuk gehört zu den wohl umstrittensten Komponenten der neuen Generation von KDE. Es wird standardmäßig mit der Desktop-Umgebung mitgeliefert und von diversen Anwendungen vorausgesetzt. Für viele Benutzer galt die Lösung allerdings bis vor Kurzem als problematisch. So hat lediglich jeder Zehnte in einer nicht repräsentativen Umfrage von Pro-Linux Nepomuk genutzt – dafür schaltet jeder Dritte sie bei KDE aus. Das gaben auch der Initiator des Projektes, Sebastian Trueg, und andere Projektmitglieder mehr oder weniger offen zu.

Mittlerweile hat Nepomuk laut Aussage des Entwicklers Vishesh Handa einen stabilen Status erreicht. Die Lösung funktioniert demnach »einigermaßen schnell«, stabil, und sofern es nicht zusammen mit Akonadi eingesetzt wird, sei Nepomuk auch kein CPU-Fresser mehr, der die Lösung einst war. Nach Jahren der Analyse hat das Team allerdings laut Handa einen Punkt erreicht, an dem man durch die Änderung des Codes keine Verbesserungen mehr ereichen kann. Der nächste Schritt wäre die Anpassung des Resource Description Frameworks (RDF).

Nepomuk-Filter in Dolphin

kde.org

Nepomuk-Filter in Dolphin

Zur Speicherung der Daten setzt Nepomuk bereits seit etlichen Jahren auf Virtuoso. Die Lösung war für das Projekt schnell genug, allerdings sei sie laut Handa nicht dafür ausgelegt, als RDF-Storage für den Desktop zu fungieren. Aus diesem Grund haben die Entwickler angefangen, eine eigene Technologie zu erstellen, die unter dem Namen »Vishuoso« vorangetrieben wird. Doch auch diese Entwicklung erwies sich bei einer näheren Betrachtung als limitiert und verhinderte eine effiziente Nutzung. »Diese Probleme würden auch dann existieren, wenn wir den schnellsten und effizientesten RDF-Speicher auf der Welt hätten«, so Handa. »Wir waren uns sicher, dass wir künftig nicht auf RDF setzen können«. Die Entwickler haben deshalb die Situation analysiert und sind zum Schluss gekommen, dass nur eine Neuentwicklung die Limitierungen eliminieren kann.

Nach einem Monat des Designs und einem weiteren Monat der Entwicklung sei nun mit Baloo bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine Alternative zu Nepomuk entstanden, die laut Handa »Welten besser« als Nepomuk funktioniert. Aus diesem Grund schlug der Entwickler Ende des vergangenen Jahres vor, bereits bei KDE SC 4.13 nicht mehr auf Nepomuk, sondern auf Baloo zu setzen. Als weiteren Grund nannte Handa die Tatsache, dass die neue Technologie keinesfalls eine vollständige Neuentwicklung darstelle, sondern viele Bereiche von Nepomuk nutze und dementsprechend stabil und erprobt sei. Zudem wurde Baloo schon den PIM-Entwicklern vorgestellt, die sich laut Aussage von Handa über die Entwicklung erfreut zeigten und ebenfalls gerne wechseln würden. Handa empfiehlt deshalb allen Nutzern, Baloo einem Test zu unterziehen. Als Frontend empfiehlt er Milou.

Die Resonanz auf die Ankündigung fiel relativ verhalten aus und es haben sich nur wenige Entwickler zu Wort gemeldet. Mittlerweile wird Baloo auf der Seite des KDE-Projektes als die »nächste Generation des Nepomuk-Projektes« gelistet: Fest steht offenbar auch, dass Nepomuk nicht auf Qt5 portiert wird. Damit dürfte klar sein, dass Baloo auf lange Sicht gesehen Nepomuk ablösen wird. Wann es allerdings soweit sein wird, steht noch nicht fest. Der aktuelle Funktionsplan der kommenden Version von KDE führt Baloo noch nicht auf, doch bereiten sich bereits diverse Distributoren auf die kommende Technologie vor.

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