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Mo, 17. Februar 2014, 15:28

Unternehmen

Red Flag Linux vor dem Aus

Laut einer Meldung der South China Morning Post schließt die im asiatischen Raum populäre, mit massiver Regierungsunterstützung entwickelte und kommerziell vertriebene Red-Flag-Distribution ihre Türen.

Das im Jahr 2000 ins Leben gerufene Red Flag Projekt ist eine speziell für die Bedürfnisse des asiatischen Raums entwickelte Linux-Distribution mit dem ehrgeizigen Ziel, die marktbeherrschende Stellung von Windows auf dem chinesischen Markt zu reduzieren, was durch »vollständige Transparenz des zugrunde liegenden Codes« erreicht werden sollte. Red Flag sollte chinesischen Unternehmen unter anderem zu erheblichen Kosteneinsparungen verhelfen, die nach den Vorstellungen der Regierung durch den Einsatz von Red Flag Linux Abhängigkeiten von teurer und proprietärer Technologie ausländischer Anbieter hätten abbauen sollen.

Red Flag Linux wird maßgeblich von der Firma Red Flag Software entwickelt und vertrieben, finanziell massiv unterstützt von Institut für Software der chinesischen Akademie für Wissenschaft und durch den Risiko-Finanzierer »Shanghai NewMargin Venture Capital«, welcher seinerseits Eigentum der chinesischen Regierung ist. China, Südkorea und Japan arbeiteten seit 2004 gemeinsam an Plänen, Red Flag Linux zu einer bedeutenden Windows-Alternative auszubauen; die Distribution hatte um 2006 in China einen Marktanteil von 80 Prozent unter den Linux-Desktops. Sogar SAP unterstützte Red Flag Linux seit 2006 mit einigen ausgewählten Versionen und Datenbanken. Red Flag Linux ist in verschiedenen Editionen für Desktops, Server und Server für »high performance enterprise applications« für alle wichtigen Architekturen erhältlich, darunter IBM S/390/Alpha/Intel/PA RISC/Sun Sparc Host, sowie in einer Embedded-Version für PDAs oder Thin-Clients, wozu das Red-Flag-Projekt eine Vereinbarung mit Trolltech schloss, eine in China hergestellte Plattform für eingebettete Linux-Systeme zu entwickeln. Weltweit betrachtet war Red Flag einer der größten Linux-Distributoren.

Wie die South China Morning Post berichtet, beendet das in Peking ansässige Unternehmen Red Flag trotz der hoch gesteckten Ziele zum heutigen Montag, einem Bericht auf dem Nachrichtenportal Sina zur Folge am Donnerstag alle Arbeitsverträge. Laut Aussage von Eric Peng, Forschungsleiter bei bei IDC in Peking, sind der anno 2014 immer noch zu geringe Bekanntheitsgrad sowie die aufstrebende Konkurrenz durch Red Hat Enterprise Linux und Suse Linux Enterprise in Verbindung mit wenig nachhaltigen Investitionen für den Untergang verantwortlich. Angeblich konnte Red Flag zuletzt (Dezember) nicht einmal mehr seine Strom- und Wasserrechnungen in seinem Gebäude im Haidian-Bezirk zahlen. Red Flag hat 150 Mitarbeiter, die seit dem April vergangenen Jahres nicht mehr bezahlt worden sein sollen. Das Unternehmen wolle jetzt versuchen, eine Summe von ca. 15 Millionen Yuan vom größten Aktionär, dem Software-Forschungsinstitut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, zu erhalten.

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Kommentare (Insgesamt: 20 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Objektivstandarten auch... (Michael:B:, Do, 20. Februar 2014)
Re[3]: (Standarte, Mi, 19. Februar 2014)
Re[7]: (Acader, Di, 18. Februar 2014)
Re[6]: (blablabla233, Di, 18. Februar 2014)
Re[7]: (blablabla233, Di, 18. Februar 2014)
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