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Mo, 3. März 2014, 12:41

Software::Systemverwaltung

Broadcom gibt den Treiber für den VideoCore-IV-Grafikkern frei

Nicht nur wurde der Raspberry Pi in zwei Jahren über 2,5 Millionen mal verkauft, jetzt ist auch ein freier Grafiktreiber für das kleine Hobbyisten- und Entwicklerboard in Aussicht.

Bereits im Oktober 2010 hatte die Raspberry-Pi-Foundation berichtet, Broadcom habe den Grafiktreiber des BCM2835-SoC freigegeben. Schnell regte sich aber Kritik aus berufenem Munde, nämlich von Grafiktreiber-Entwickler Luc Verhaegen und David Airlie, DRM-Entwickler für den Linux-Kernel, die diese Darstellung als falsch bezeichneten, da immer noch ein proprietärer Blob geladen werde, in den Broadcom die Implementation von OpenGL ES verlagert hatte. Jetzt scheint aber auch diese Hürde genommen, denn jetzt wurde der BCM21553-SoC, der hauptsächlich in Smartphones zum Einsatz kommt, samt Quellcode und Dokumentation unter einer BSD-Lizenz freigegeben. Dieser Chip enthält, wie der BCM2835 im Raspberry Pi auch, den gleichen VideoCore-IV-Grafikkern.

Die Raspberry-Pi-Foundation hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, der den ersten gänzlich freien Grafiktreiber für den kleinen Rechner mit 10.000 US-Dollar dotiert. Voraussetzung ist, dass das 3D-Actionspiel Quake III flüssig damit spielbar ist. Als Richtschnur dient hier eine Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln bei 20 Bildern pro Sekunde. Broadcom schreibt in der Pressemitteilung, der gesamte Treiber-Stack samt Beschreibung der Registerbelegungen sei freigegeben. Zudem sei genügend Dokumentation vorhanden, um es erfahrenen Programmierern zu ermöglichen, den Treiber zu erweitern, umzuschreiben oder neu zu bauen.

Der gleiche Grafikkern arbeitet auch in mehreren Samsung-Smartphones der Galaxy-Baureihe, sodass auch hier ein freier Treiber in Reichweite scheint. Der VideoCore-IV-Grafikkern ist der erste komplett freigegebene mobile Grafikkern. Im BCM2835 sind aber immer noch Teile nur als Blob zugänglich, vor allem wenn es um Multimedia-Hardware geht. So sieht die Raspberry-Pi-Foundation die Freigabe des Grafikkerns auch nur als ersten Schritt hin zu einem völlig freien Raspberry Pi.

Die Teilnahmebedingungen für den ausgeschriebenen Wettbewerb können bei der Raspberry-Pi-Foundation eingesehen werden.

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