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Mo, 24. März 2014, 13:09

Software::Grafik

Gerücht: AMD will auf freien Treiber aufbauen

Medienberichten zufolge plant der US-amerikanische Chip-Hersteller AMD, künftig bei seinem Catalyst-Grafiktreiber für Linux auf einen quelloffenen und freien Unterbau zu setzen. Als Grund vermuten Beobachter eine einfachere Pflege und einen verringerten Arbeitsaufwand.

amd.com

Der Catalyst-Grafiktreiber von AMD besteht aus einem Binärmodul, das über ein selbst kompiliertes oder heruntergeladenes Anpassungsmodul in den Kernel geladen wird. Bei der Installation wird geprüft, ob ein passendes Anpassungsmodul im Paket enthalten ist. Ist das nicht der Fall, kann mit dem Quellcode des Moduls ein eigenes Objekt kompiliert werden. Dazu werden in der Regel die Header des Kernels und diverse Entwicklungswerkzeuge benötigt.

Die Vorgehensweise ist allerdings nicht gänzlich unumstritten. So streiten Entwickler bereits seit Jahren darüber, ob es überhaupt erlaubt ist, proprietären Code im Kernel selbst oder gegen ihn zu linken, oder ob hier ein Verstoß gegen die GNU General Public License (GNU GPL), unter der der Kernel steht, vorliegt. Die Fronten sind dabei so verhärtet wie kaum in einem anderen Bereich. Das führt nicht nur zu schier endlosen Diskussionen, sondern auch zu Aktionen, die prompt zu weiteren Reaktionen führen.

Weitere Probleme sind neben der Lizenzierung auch die Notwendigkeit, zusätzliche Werkzeuge zu installieren, und die ausgehebelten Sicherheitsmechanismen. So können weder Abstürze des Systems noch Probleme bei proprietärem Code lokalisiert oder gar korrigiert werden. Die Entwickler sind auch nicht in der Lage, den Code einem Review zu unterziehen, was für viele Hersteller und Anwender ein nicht zu unterschätzendes Risiko darstellt. Kaum verwunderlich deshalb, dass viele Nutzer auf freie Lösungen aufsetzen, sofern sich keine Nachteile daraus ergeben.

Nun will AMD offenbar das Problem in seinen Treibern lösen. Darf man einem Bericht des Nachrichtentickers Phoronix Glauben schenken, so plant der Hersteller, von der seit Jahren praktizierten Vorgehensweise Abstand zu nehmen und unter Linux für den Unterbau nicht mehr auf ein proprietäres Modul, sondern auf bereits existierende Lösungen im Kernel zu setzen. Konkret würde der Catalyst-Grafiktreiber beim Zugriff auf Kernelfunktionen auf den zum Direct Rendering Manager (DRM) des Kernels gehörenden »radeon«-Treiber zugreifen, der schon die Basis für diverse freie ATI-Treiber darstellt. Da dieser bereits maßgeblich von AMD entwickelt und betreut wird, hätte es kaum eine Auswirkung auf das Unternehmen und den Treiber.

Der Treiber selbst soll laut John Bridgman allerdings nicht geöffnet werden. Laut Aussage des AMD-Managers ist das Unternehmen außerstande, die zugekaufte Technologie ohne die Zustimmung der Partner zu öffnen. Auch komme für AMD eine Plugin-Schnittstelle, die beispielsweise dazu genutzt werden könnte, proprietären Code in freie Treiber einzubinden, nicht in Frage. Auch hier sieht Bridgman das Problem in der Lizenzierung. Eine Plugin-Schnittstelle sei außerdem als ziemlich kleine Schnittstelle zu leicht per Reverse Engineering zu untersuchen.

Wie weit die Arbeiten vorangeschritten sind, ist noch unklar. Die oftmals mit Vorsicht zu behandelnden Nachrichten von Phoronix dürften aber dieses Mal wohl zutreffen. So hat beispielsweise Bridgman in seinen Erklärungen im Forum der Seite den Bericht zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.

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