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Mo, 31. März 2014, 11:31

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.14 freigegeben

Linux-Initiator Linus Torvalds hat Version 3.14 des Linux-Kernels freigegeben. Bedeutende Änderungen sind der Deadline-Scheduler für Echtzeitsysteme und die Stabilisierung des komprimierenden Swap-Systems zram.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zweieinhalb Monate nach Linux 3.13 ist nun Linux 3.14 fertiggestellt. Linux 3.14 enthält über 12.000 Änderungen gegenüber der Vorversion, an denen 1400 Entwickler direkt beteiligt waren. Die Verteilung der Änderungen ist wie meistens: Zwei Drittel entfallen auf die Gesamtheit der Treiber. Eine bereits vorab betrachtete Änderung ist die Erweiterung des Prozess-Schedulers um die Deadline-Klasse. Diese ist allerdings nur für Echtzeitsysteme von Interesse. Prozesse, die in diese Klasse gesetzt werden, laufen mit höchster Priorität, höher sogar als die Echtzeit-Klasse. Allerdings wird nur ein Teil der verfügbaren CPU-Zeit für die Deadline-Klasse bereitgestellt, der genaue Anteil ist einstellbar. Jeder Deadline-Prozess muss die maximale CPU-Zeit angeben, die er pro Zeitscheibe nutzen will. Dadurch kann das System neue Deadline-Prozesse ablehnen, wenn es die Einhaltung der Deadline nicht mehr garantieren kann.

Zram ist ein komprimierendes Swap-System, das bisher als experimentell galt. Jetzt ist das System offiziell und wird bereits stark in Fernsehern, in ChromeOS und Lubuntu und allmählich auch in Smartphones verwendet.

Der Kernel verfügt bereits seit langer Zeit über Debugging-Mechanismen, um Deadlocks aufzuspüren. Jetzt kann der Mechanismus auch in Anwenderprogrammen verwendet werden. Der Systemaufruf kexec() ist nun auch auf m68k-Prozessoren und mit EFI-BIOS möglich. Xen wird auf ia64 (Itanium 2) nicht mehr unterstützt. Die noch frische arm64-Architektur wurde dagegen mit Jump-Labels und CMA-Speicherallokator ergänzt.

Das Perf Events-Subsystem kennt jetzt auch die RAPL-Zähler auf Intel-Prozessoren, die den Energieverbrauch des Systems ermitteln. Das zugehörige Programm perf wurde außerdem stark erweitert. Die Speicheranordnung im Kernel kann künftig per Zufall definiert werden. Das kann bestimmte Angriffe erschweren oder verhindern, ist aber nicht ganz unumstritten und zur Zeit nicht kompatibel mit Suspendierung und mit Perf Events.

Neu sind auch die Event-Trigger, Erweiterungen des uprobes-Subsystems, Paravirtualisierung in einem HVM-Container (PVH) zur Beschleunigung von Xen, automatische Zusammenfassung von kleinen Datenpaketen in TCP, Erweiterungen in Bluetooth Low Energy, neue Werkzeuge für den Berkeley Packet Filter, der Paket-Scheduler »Proportional Integral controller Enhanced (PIE)« und SMP-Unterstützung in der xtensa-Architektur.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Treiber aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Der schon lange obsolete SCSI-Treiber AIC7xxx wurde entfernt. Eine Liste aller Änderungen kann man dem Git-Repositorium entnehmen. Die Seite Kernelnewbies.org wird in Kürze eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen veröffentlichen. Die aktuelle Version von Linux kann von kernel.org und zahlreichen Spiegel-Servern in Form von Patches oder tar-Paketen heruntergeladen werden.

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