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Fr, 4. April 2014, 09:41

Gemeinschaft::Personen

Mozilla-Geschäftsführer Brendan Eich zurückgetreten

Nach massiven Anfeindungen ist der erst vor elf Tagen neu ernannte Mozilla-Geschäftsführer Brendan Eich zurückgetreten. Damit steht Mozilla erneut ohne Geschäftsführer da.

Brendan Eich

Brendan Eich

Brendan Eich

Nachdem Mozilla zehn Monate lang mit Jay Sullivan, dem Leiter des operativen Geschäftsbereiches, als kommissarischem Geschäftsführer arbeitete, wurde am 25.März der zuvor als Technischer Leiter fungierende Brendan Eich zum Geschäftsführer ernannt. Eich war ein Mozilla-Urgestein, der bereits bei Netscape arbeitete und als der Erfinder von JavaScript gilt.

Doch schon wenige Tage später begann es zu brodeln. Was während seiner Amtszeit als Technischer Leiter anscheinend kein Problem war, wurde plötzlich stark kritisiert. Eich hatte einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien finanziell mit 1000 US-Dollar unterstützt. Das deutete darauf hin, dass seine politische Einstellung ziemlich konservativ war, und das schien nicht zu einer Organisation zu passen, die sich explizit als progressiv und divers beschreibt. Die Kritik kam nicht nur von außerhalb. Auch viele Mozilla-Mitarbeiter äußerten Bedenken oder gar Unmut mit dem neuen Geschäftsführer. Andere wiederum mahnten zur Besinnung, da Eich seine politische Einstellung nicht auf seine Arbeit abfärben lasse.

Doch nach nur elf Tagen wurde der Druck auf Eich und Mozilla zu groß. So erklärte Eich gestern seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung. Darüber hinaus verlässt er Mozilla sofort, um sich zu erholen und bei seiner Familie zu sein. Er ermuntert die Mozilla-Mitarbeiter, ihre Arbeit fortzusetzen und Firefox OS voranzubringen.

Die Mozilla-Vorsitzende Mitchell Baker gibt sich in einem Blog-Beitrag zum Rücktritt selbstkritisch: Mozilla habe nicht seinen selbst gesteckten Standards entsprechend gehandelt. Deshalb seien viele Leute verärgert oder verletzt gewesen, und das zu Recht. Zudem habe Mozilla nicht schnell genug reagiert. Das müsse in Zukunft besser werden.

Baker zeigt in ihrem Beitrag bemerkenswert wenig Sympathie für ihren langjährigen Weggefährten Eich, wenn sie seine Ernennung indirekt als Fehler bezeichnet. Sie würdigt lediglich, dass er seinen Rücktritt im Interesse von Mozilla und der Gemeinschaft erklärt habe. Sie betont nochmals, dass Mozilla für Gleichheit, freie Meinungsäußerung und kulturelle Vielfalt eintritt. Nach Eichs Rücktritt ist noch unklar, wie es mit der Leitung der Organisation weiter geht. Auf jeden Fall soll der Fokus jetzt wieder auf den Schutz und die Förderung des offenen Webs gelegt werden.

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