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Mo, 14. April 2014, 12:25

Software::Kernel

Linux-Kernel 3.15 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 3.15-rc1 als erste Testversion für Linux 3.15 freigegeben. Wie zumeist in den letzten Versionen sind die Änderungen sehr umfangreich, aber nicht auf bestimmte Bereiche konzentriert.

Larry Ewing

Zwei Wochen nach Linux 3.14 liegt nun die erste Testversion von Linux 3.15 vor. Die kommenden sechs oder mehr Wochen dienen zum Testen der Änderungen und Korrigieren der gefundenen Probleme. Linux 3.15 wird wahrscheinlich mehr Änderungen enthalten als jede Version zuvor, wenn auch der Umfang der Änderungen keinen Rekord darstellen wird. Laut Linus Torvalds gab es mindestens zwei Kernel-Versionen, die noch umfangreichere Änderungen brachten. In Linux 3.7 wurden die Header-Dateien grundlegend neu organisiert und in Linux 3.11 sorgte die Aufnahme des Cluster-Dateisystems Lustre für eine große Menge von Änderungen. Im Vergleich dazu ist Linux 3.15-rc1 mit knapp über 12.000 Änderungen allerdings in jeder Hinsicht groß, wie Torvalds erläutert. Drei Viertel der Änderungen betreffen Treiber, allein die Aufnahme des Treibers rtl8723au hatte schon einen merklichen Anteil daran.

Linux 3.15 wird wieder mit zahlreichen Verbesserungen aufwarten, von denen keine besonders auffallend ist, die den Benutzern aber in der Summe eine höhere Geschwindigkeit, geringeren Energieverbrauch und neue Funktionen bringen. So wurde eine Möglichkeit geschaffen, mit der der Kernel den Gerätetreibern mitteilen kann, wieviel Latenz momentan akzeptiert werden kann, und damit, welchen Stromsparzustand das Gerät einnehmen sollte.

In der Speicherverwaltung wird nun versucht, das Auslagern von Seiten zu vermeiden, wenn diese wahrscheinlich kurz danach wieder benötigt werden. Dazu werden die Seiten nach einem neuen Algorithmus in Listen von aktiven und inaktiven Seiten sortiert.

Der neue Systemaufruf renameat2 macht es möglich, zwei Dateien (eigentlich nur deren Namen) in einer atomaren Operation zu vertauschen. Damit lassen sich bestimmte Arbeiten auf sicherere Weise durchführen. Außerdem lassen sich POSIX-Sperren jetzt dateispezifisch setzen, was eine der Schwierigkeiten mit POSIX-Sperren beseitigt, wenn eine Datei mit mehreren Dateideskriptoren geöffnet wurde.

Das FUSE-Subsystem kann nun Writeback-Caching nutzen, die Dateisysteme ext4 und XFS erhielten zusätzliche Operationen FALLOC_FL_ZERO_RANGE und FALLOC_FL_COLLAPSE_RANGE. XFS kennt jetzt zudem das Flag O_TMPFILE. Der Device Mapper erhielt ein neues Target »dm-era«.

Auch bei den Paketfiltern tat sich einiges. So kann man mit ipset jetzt Pakete auswählen, die eine bestimmte Markierung tragen, die von anderen Filterprogrammen auf höherer Ebene gesetzt wurde. Der Just-in-Time-Compiler für BPF-basierte Paketfilterung wurde neu geschrieben und verwendet jetzt einen ganz anderen Befehlssatz.

Das Tracen von Funktionen kann nun mit mehreren Instanzen mit getrennten Puffern erfolgen, wobei jede Instanz eine andere Teilmenge der Funktionen aufzeichnet. Die Geschwindigkeit der Speicherverwaltung wurde durch Thread-spezifisches VMA-Caching weiter gesteigert und der Zram-Treiber, der Swap-Seiten komprimiert im RAM statt auf der Festplatte ablegt, kann nun den Algorithmus LZ4 verwenden.

Zahlreiche Treiber wurden aktualisiert, erweitert oder kamen neu hinzu. Die zahlreichen weiteren Änderungen sind im Änderungslog von Git zu finden. Kernel und Patch-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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