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Di, 22. April 2014, 13:13

Software::Netzwerk

Aus BIND 10 wird Bundy

Das Internet Systems Consortium (ISC) hat die Entwicklung des DNS-Servers BIND 10 eingestellt. Eine Gemeinschaft von Interessierten soll die Software jetzt außerhalb des ISC fortführen.

bundy-dns.de

Die Bedeutung des DNS-Servers BIND für das Internet kann kaum überschätzt werden. Nachdem BIND 9 von 1998 bis 2000 als vollständige Neuentwicklung zum Ersatz von BIND 8 entstanden war, allerdings auch einige Kritik aufgrund seines Speicherbedarfs und des monolithischen Ansatzes einstecken musste, hatte das Internet Systems Consortium (ISC) 2009 überraschend angekündigt, den Nachfolger BIND 10 wiederum komplett neu schreiben zu wollen. Der Entschluss hatte den Grund, dass sich das Internet, die Softwaretechnologie und die Rechnerarchitekturen massiv verändert hatten und BIND 9 aktuellen Anforderungen nicht mehr genügte.

Nach fast drei Jahren Entwicklung, die von der Gemeinschaft, hauptsächlich großen Domain-Registraren, finanziert wurde, wurde BIND 10 vor einem Jahr in der ersten Version 1.0.0 veröffentlicht. BIND 10 ist ein modulares System, das überwiegend in C++ implementiert wurde, da große Teile des Servers geschwindigkeitskritisch sind. Kleinere Teile wurden in Python 3 geschrieben.

Mit der Freigabe der Version 1.2 hat das ISC jetzt angekündigt, die Entwicklung abgeben zu wollen. Die Organisation pflegt weiterhin den immerhin 14 Jahre im Einsatz stehenden BIND 9 und verfügt nicht über genug Ressourcen, um zwei DNS-Server parallel zu pflegen, heißt es vom ISC. Das Projekt wird jetzt in Bundy umbenannt und erhielt bereits eine eigene Webpräsenz, die allerdings noch im Aufbau ist. Der Quellcode, der unter der BSD-ähnlichen ISC-Lizenz steht, soll auf Github deponiert werden.

Es ist zu erwarten, dass einige Personen oder Unternehmen aus der Gemeinschaft der BIND-Nutzer das Projekt nicht nur pflegen, sondern auch erweitern werden. Dafür kommen besonders die Unternehmen in Frage, die bereits die Entwicklung von BIND 10 finanziert haben. Auf der Bundy-Webseite wird Bundy als Framework für die Internet-Infrastruktur bezeichnet, die neben DNS auch DHCP und NTP umfasst. Von BIND 10 erbt Bundy die C++-Bibliothek für DNS, für die auch ein Python-API zur Verfügung steht, und mehrere Daemons, die autoritatives DNS, dynamisches DNS, Zonentransfers und rekursive Namensauflösung übernehmen. Das System unterstützt DNSSEC, Zugriffskontrollen, Datenbanken, Caching, TSIG, Konfiguration zur Laufzeit, detaillierte Log-Einträge und Statistiken. Daneben gibt es noch einige weitere Werkzeuge.

Wann die erste Version von Bundy erscheinen wird, ist noch unbekannt. In der Zwischenzeit steht BIND 10 Version 1.2 beim ISC zum Download bereit.

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