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Mi, 23. April 2014, 11:21

Software::Distributionen::BSD::FreeBSD

FreeBSD mit verbesserter ARM-Unterstützung

Der FreeBSD-Statusbericht für das erste Quartal 2014 zeigt umfangreiche Aktivitäten in allen Bereichen. Wichtige Neuerungen sind unter anderem die verbesserte ARM-Unterstützung, kontinuierliche Integration und Systemtests.

Anton K. Gural/freebsd.org

Das erste Quartal war für die FreeBSD-Gemeinschaft außerordentlich produktiv, wie der Bericht zeigt. Offenbar kommt das Projekt schneller voran als je zuvor, wozu auch das kürzlich ausgerufene Spendenziel von 1 Mio. US-Dollar für 2014 und die intensivierte Teilnahme am Google Summer of Code passen.

FreeBSD 10 konnte im Januar freigegeben werden. Die neue Version läuft auf dem Raspberry Pi und ist nur ein Beispiel für den generellen Fortschritt der ARM-Unterstützung bei FreeBSD. Die Fortschritte von FreeBSD auf ARM zeigen sich auch in der Portierung auf die offenbar sehr populären Chromebooks, der Unterstützung von mehreren Kernen, der Portierung auf ARM AArch64 und der Portierung auf ARM-Systeme mit Gleitkommaeinheit. Für letztere entstand eine eigene Portierung, damit FreeBSD auf Systemen ohne Gleitkommaeinheit, wo eine Emulation genutzt wird, weiter lauffähig bleibt.

Auch das Ports-System erschien wie in jedem Quartal in einer neuen Version. Um die Ports, deren Zahl gegen 25.000 geht, kümmert sich ein ganzes Management-Team. Ein aktuelles Problem ist die steigende Zahl von gemeldeten Fehlern, deren Bearbeitung noch aussteht.

Das Kern-Team von FreeBSD aktualisierte X.org für FreeBSD 10 und 9.x und implementierte eine neue Konsole, die auf der Verwaltung des Grafikmodus im Kernel (KMS) wie bei Linux beruht. Die nächste Veröffentlichung ist die Aktualisierung von FreeBSD 9 auf Version 9.3, die im Mai beginnen soll. In diesem Update sollen mehr eingebettete Systeme unterstützt werden, darunter die ARM-basierten Raspberry Pi, BeagleBone und WandBoard.

FreeBSD nutzt jetzt Jenkins zum regelmäßigen Compilieren und Testen des gesamten Systems. Die Generierung wird durch jedes Einchecken von Änderungen in die Versionsverwaltung ausgelöst und umfasst den Kernel, das Basissystem und die Ports. Die Implementation von Jenkins förderte ein Java-Problem in FreeBSD 9 und ein weiteres in FreeBSD 10 zutage, die prompt behoben wurden.

Parallel dazu entsteht eine Testsuite, die bereits über 500 Testfälle umfasst. Sie soll einfach aufzurufen sein und während der Entwicklung schon Regressionen erkennen lassen.

ZFSguru ist eine neue FreeBSD-Server-Appliance mit einem Schwerpunkt auf Speichersystemen, insbesondere ZFS. Das System kann mit einer Web-Oberfläche verwaltet werden, ist ansonsten aber ein normales FreeBSD-System, bei dem das Root-Dateisystem ZFS ist. Es gibt Versionen, die auf FreeBSD 9, 10 und Head aufbauen.

Die Sicherheit im Kernel wird durch die Implementation von Address Space Layout Randomization (ASLR) zu erhöhen versucht. Dabei gibt es noch Probleme auf einigen Architekturen wie ARM, die in Arbeit sind. Einige Anwendungen im Basissystem wurden auf Position-Independent Executables (PIEs) umgestellt. Der native iSCSI-Treiber, erstmals in FreeBSD 10 veröffentlicht, wird von Fehlern bereinigt und optimiert. Ein neuer Automounter ist zur Zeit im Entstehen und soll demnächst als Prototyp vorliegen. Ebenfalls in Arbeit ist eine PCI SR-IOV-Infrastruktur, ein optionaler Teil des PCIe-Standards, dessen Hauptanwendung in der Virtualisierung liegt. Ein weiterer Treiber im Entstehen ist SDIO, eine Erweiterung des SD-Karten-Standards.

Ein von der FreeBSD Foundation unterstütztes Team arbeitet an einem UEFI-Bootloader für FreeBSD, der in Version 10.1 einsatzbereit sein soll. Dabei wird auch eine Unterstützung für »Secure« Boot angestrebt, die allerdings noch nicht implementiert ist. Der Hypervisor Bhyve wurde stark erweitert und unterstützt jetzt Abschalten via ACPI, SMBIOS, HPET-Emulation und Booten von 32-Bit-Gastsystemen (nur FreeBSD momentan). Es bleibt aber noch viel zu tun. Im Grafikbereich gab es einige Updates, weitere stehen für DRM und den i915-Treiber an.

FreeBSD soll ein vollständig unterstütztes Host-System für OpenStack werden, wobei das virtualisierte Netzwerk OpenContrail eingesetzt wird. Dazu wurde ein Libvirt-Treiber für Bhyve geschrieben, Unterstützung für Bhyve in nova-compute geschaffen und OpenContrail vRouter und Agent auf FreeBSD portiert. Das von Juniper geförderte Projekt hat bereits einen lauffähige Demonstration erstellt.

Auch nachdem Clang der Standard-Compiler in FreeBSD wurde, sind im Ports-System mehrere Versionen von GCC einschließlich 4.9 zu finden. Beerdigt wurden die Versionen 3.4 und 4.4. Die Ada-Unterstützung wurde ebenfalls auf GCC 4.9 aktualisiert.

Weitere Portierungen, die in Arbeit sind, sind der LLVM-Debugger lldb, das Netzwerk-Dateisystem OpenAFS, der Webbrowser Chromium und Gnome 3, das demnächst erstmals für FreeBSD verfügbar sein soll. KDE 4 wurde aktuell gehalten und enthält über 500 Pakete, während KDE 3 jetzt als Auslaufmodell gekennzeichnet ist.

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Kommentare (Insgesamt: 10 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: BSD (Fragender, Fr, 25. April 2014)
Re[4]: BSD (Tronar, Do, 24. April 2014)
Re[3]: BSD (der Leyen, Mi, 23. April 2014)
Re[2]: BSD (Fragender, Mi, 23. April 2014)
Re: BSD (Tronar, Mi, 23. April 2014)
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