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Fr, 25. April 2014, 10:36

Software::Mobilgeräte

Pocock: Android verrät Tethering-Daten

Der Entwickler Daniel Pocock hat herausgefunden, dass die aktuelle Android-Version eine Änderung enthält, die es Netzbetreibern ermöglicht, Tethering zu erkennen und zu unterbinden. Vorwürfe der Verletzung der Privatsphäre scheinen jedoch übertrieben.

android.com

Wie der Australier Daniel Pocock in seinem Blog schreibt, hörte Tethering nach einem Update seines Android auf, zu funktionieren, zumindest wenn man Vodaphone Italien als Netzbetreiber nutzt. Tethering ist die Nutzung des Mobilgeräts als Router ins Internet für andere Mobilgeräte oder Computer. Tethering wird von einigen Anbietern in manchen Verträgen ausdrücklich verboten, weil sie befürchten, dass dadurch ein höheres Datenaufkommen entsteht, das in ihrer Preiskalkulation nicht vorgesehen war. Von den meisten Benutzern wird das Verbot aber ignoriert, da sie es als unzulässigen Eingriff in ihre Rechte empfinden. Auch Pocock hält die Einschränkung eher für einen Versuch der Anbieter, mehr Geld aus den Anwendern herauszupressen.

Pocock ist wie viele Anwender darüber hinaus überzeugt, dass es keine technische Rechtfertigung für das Verbot von Tethering gibt. Bisher hatten die Netzanbieter auch keine Handhabe dagegen, da der durch Tethering verursachte Traffic nicht von anderen Paketen zu unterscheiden war. Doch eine Änderung, die offenbar in Android 4.1.2 eingeführt wurde, macht diese Unterscheidung möglich. Wie Pocock herausfand, verwendet Android jetzt intern zwei Netzwerkschnittstellen statt einer, und eine entsprechende Konfiguration des Routings und der Netfilter-Einträge sorgt dafür, dass Tethering-Traffic einen anderen IP-Adressbereich nutzt. Und dieser Adressbereich wird von Vodaphone Italien blockiert.

Was Pocock jetzt herausfand, ist somit nicht neu, sondern bereits seit Anfang 2013 bekannt, als für viele Benutzer die Probleme mit Tethering begannen. Möglicherweise wurde die Situation durch verschiedene Fehler kompliziert. Denn mit verschiedenen Updates funktionierte das Tethering für einige Benutzer wieder. Doch die ursprüngliche Änderung blieb, so dass die Mobilfunkanbieter weiterhin die Möglichkeit haben, Tethering zu blockieren.

Mit Root-Rechten lässt sich ohne weiteres wieder die Originalkonfiguration herstellen, wodurch Tethering wieder funktioniert. Doch es bleibt ein fader Nachgeschmack. Wenn Google schon dazu veranlasst werden konnte, eine solche Konfiguration in Android einzubauen, dann ist Pocock froh, eine originale Google-Version von Android und keine von anderen Herstellern manipulierte Version einsetzen zu können, die möglicherweise noch schlimmer wäre. Der Vorfall werfe einmal mehr die Frage auf, wer eigentlich der Eigentümer und der Benutzer des Smartphones ist. Bedauerlicherweise wurde die neue Konfiguration auch in CyanogenMod übernommen, es ist aber zu hoffen, dass sie dort bisher nur übersehen wurde und entfernt wird.

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