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Mo, 12. Mai 2014, 09:12

Gesellschaft::Bildung

Keepod: USB-Stick mit Android gegen digitale Kluft

Das Keepod-Team um Nissan Bahar und Francesco Imbesi möchte mit einem einfachen Betriebssystem auf einem preiswerten USB-Stick fünf Milliarden Menschen rund um den Globus Zugang zu Kommunikationstechnologien gewähren. Die Idee hinter Keepod ist, dass sich viele Menschen einen ausgemusterten Computer teilen, aber jeder sein eigenes System auf einem USB-Stick herumträgt.

Die Idee, ein Betriebssystem von einem USB-Stick zu booten, ist nicht neu. Aber die Sticks an die Ärmsten der Armen zu geben, die damit arbeiten sollen, auch wenn sie nur geringe oder keine Erfahrungen mit Computern haben, schon. Mit Keepod möchten Bahar und Imbesi bis zu fünf Milliarden Menschen erreichen. Sie hoffen, dass sich in jedem Teil der Erde alte Rechner (ab Baujahr 2006), Elektrizität und ein geschützter Raum finden. Auf dem Keepod-Stick befindet sich eine angepasste Desktop-Version von Android 4.4. Das System soll so einfach nutzbar sein wie ein Smartphone.

Die Sticks haben ein Fassungsvermögen von 8 GB. Die Hälfte des Speicherplatzes ist dem Betriebssystem vorbehalten, die andere Hälfte können Anwender für ihre eigenen Dateien nutzen. Der Stick kann von seinen Nutzern individuell konfiguriert werden. Dass jeder Anwender sein eigenes Betriebssystem für die »Rechner für alle« mitbringt, erhöht die Sicherheit. So kann niemand den alten PC so einfach kompromittieren und beispielsweise die Daten anderer Nutzer abgreifen. Zudem ist es nicht nötig, dass jemand die Gemeinschaftsrechner pflegt und Updates etc. einspielt.

Um die Keepods an die Zielgruppe zu bringen, gibt es mehrere Ideen. So können wohlhabende Nutzer im Rahmen von »Get 1 + Give 1« oder »Get 1 + Give 5« einen Keepod erwerben und gleichzeitig einen oder fünf USB-Sticks spenden. Ferner gibt es Pakete für gemeinnützige Organisationen, die die Sticks dann verteilen, und es besteht auch die Möglichkeit, Keepod-Händler mit Keepod-Point zu werden. Den hohen Preis von 7 USD pro Stick erklären die Keepod-Gründer damit, dass sie nur qualitativ hochwertige USB-Sticks nutzen möchten.

Keepod begann als Indiegogo-Kampagne. Die erzielten Einnahmen nutzen Bahar und Imbesi nicht nur für die Sticks, sondern auch für ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation LiveInSlums im Slum Mathare in Nairobi. Dort verteilten sie Sticks in der WhyNot Straßenschule. Vorher installierten sie einen 3G-Zugangspunkt und fünf alte Laptops, die die Kinder nutzen können. Weitere Projekte sollen in Indien, Israel, Italien und anderen Gebieten in Subsahara-Afrika folgen.

Keepod kommt aus dem Hebräischen und bedeutet Igel, gleichzeitig ist es ein Wortspiel mit dem englischen »keep« und dem Hebärischen »od«, das übersetzt »alles« bedeutet. Die Keepod-Sticks sollen ab Mitte Juni ausgeliefert werden.

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