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Do, 15. Mai 2014, 12:04

Gemeinschaft

FSF verurteilt DRM-Integration in Firefox

Die Free Software Foundation (FSF) hat unmittelbar auf die Ankündigung von Mozilla reagiert, DRM in Firefox zu integrieren. Sie fordert ein Ende von DRM und erwartet, dass bald von Firefox abgeleitete Browser ohne die DRM-Funktionalität verfügbar sind.

FSF

Nur eine Woche nach dem Internationalen Tag gegen DRM, der ein Teil der andauernden Kampagne gegen DRM der FSF ist, hat Mozilla angekündigt, die Spezifikationen der Encrypted Media Extensions (EME) des World Wide Web Consortiums (W3C) in Firefox zu integrieren. Diese stellen eine Programmierschnittstelle bereit, mit der Module geladen werden können, die eine digitale Rechteverwaltung, mithin eine willkürliche Einschränkung der Verwendbarkeit von Medien durch die Benutzer, implementieren. Weil DRM mit freier Software nicht umsetzbar ist, da jeder Benutzer den Code ändern und damit DRM umgehen könnte, werden die entsprechenden Module proprietär sein. Für Firefox kommen diese Module von Adobe.

Mozilla hat sich selbst der Freiheit von Software und dem freien Web verpflichtet und vollzog diesen Schritt nach eigenen Angaben nur widerwillig, um keine Marktanteile an andere Browser zu verlieren. Die FSF kritisiert Mozilla dennoch heftig. Sie zeigt sich enttäuscht, dass Mozilla gegen die eigenen Prinzipen verstoße. Zudem sei die Sorge, Benutzer zu verlieren, »fehlgeleitet« und entbehre jeder Grundlage, da sie nur auf Vermutungen beruhe. Mit der Entscheidung wurde eine Chance verspielt, die Benutzer über die Probleme von DRM zu informieren und die Implementierung einfach mit Verweis auf diese Probleme abzulehnen.

Zwar wird die Implementierung bei Mozilla auch nach Einschätzung der FSF weniger schlimm ausfallen als bei Internet Explorer oder Chrome, da die Verwendung optional ist. Dennoch ermuntert Mozilla die Benutzer, EME zu nutzen. Mit Verweis auf einen Artikel von Cory Doctorow vertritt die FSF die Meinung, dass es praktisch keinen Unterschied macht, ob man DRM mitliefert oder Code, der die Installation von DRM ermöglicht.

Besonders enttäuscht ist die FSF auch davon, dass Mozilla mit Adobe zusammenarbeitet und Adobe sogar lobt, während das Unternehmen von der FSF als Feind freier Software und des freien Webs betrachtet wird. Daher fordert die FSF von Mozilla, die Implementation von EME zu stoppen. Die Benutzer werden aufgefordert, sich an den technischen Leiter von Mozilla, Andreas Gal, zu wenden und gegen DRM einzutreten. Alle Interessierten sind zudem aufgerufen, sich an der Kampagne der FSF gegen die EME-Standardisierung oder der grundlegenderen Kampagne zur Abschaffung von DRM zu beteiligen. Auch Spenden sind möglich. Zudem rät die FSF zu einem Browser-Wechsel, aber natürlich nicht zu einem ebenfalls DRM implementierenden Konkurrenzprodukt, sondern zu Browsern, die von Firefox abgeleitet sind, beispielsweise GNU IceCat. Sie will alle Browser, die DRM-frei sind, in ihrem Verzeichnis freier Software auflisten.

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