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Fr, 6. Juni 2014, 10:03

Software::Kommunikation

Tizen hebt ganz langsam ab

In San Francisco fand diese Woche die »3. Tizen Developer Conference« statt. Dort stellte Samsung mit dem Samsung Z offiziell das erste Tizen-Smartphone vor. Aber Tizen soll auch in anderen Bereichen glänzen.

Samsung Z

Samsung

Samsung Z

Auf der dreitägigen Konferenz erklärte Samsungs Vizepräsident JD Choi Tizen kurzerhand zum »OS of Everything«. Ob Samsung diesen Slogan nicht zu spät beginnt mit Leben zu füllen, muss sich erst noch zeigen.

Mit dem Samsung Z hat der Konzern mit viel Verspätung ein erstes Smartphone mit dem auf Linux aufbauenden Betriebssystem vorgestellt. Es soll zunächst im Herbst in Russland auf den Markt kommen. Mit seiner zögerlichen Haltung hat Samsung die meisten großen Telekommunikationsanbieter vertrieben, die ursprünglich Interesse an einer Alternative zu Android gezeigt hatten. Weitere Geräte mit Tizen als Motor sind Samsungs Smartwatches Gear 2 und Gear 2 Neo, ein noch nicht am Markt erhältliches Smart-TV, einige Systemkameras wie etwa die NX300M und ein Tablet der japanischen Firma Systena.

Zurzeit gibt es mit Mobile, Wearables und Automobil drei definierte Anwendungsprofile für Tizen, wie Intels Imad Sousou auf der Konferenz erklärte. Sousou, der auch im Vorstand der »Tizen Steering Group« ist, stellte weitere drei Profile für TV, Kameras und Haushaltsgeräte in Aussicht. Wichtigster Schritt hierbei muss sein, die derzeit noch bestehende Fragmentierung zwischen den Profilen zu beseitigen. Das noch in der Entwicklung befindliche Tizen 3.0 soll hier wieder Gleichstand bei den SDKs herstellen.

Wenn Tizen abheben soll und für Samsung zur Alternative zu Android und zum möglichen Druckmittel gegen Google werden soll, so ist neben verfügbaren Geräten ein wohlgefüllter App-Store die wichtigste Voraussetzung. Bereits vor rund einem Jahr hatte die Linux Foundation als Schirmherrin über Tizen mit Preisgeldern in Höhe von vier Millionen US-Dollar eine App Challenge gestartet. Auf dem Mobile World Congress 2014 wurden die Gewinner gekürt. In San Francisco gab es erneut Anreize für Entwickler, den Tizen Store zu füllen. Entwickler erhalten demnach ein Jahr lang 100 Prozent der Einnahmen ihrer dort eingestellten Apps.

In allen Bereichen, die Samsung für Tizen anstrebt, scheinen die besten Plätze bereits besetzt. Bei den Kameras setzt Nikon auf Android, die meisten anderen Hersteller verwenden proprietäre Systeme. Bei Smart-TVs ist LG bereits mit einem Gerät mit dem von HP erworbenen webOS am Markt. Smart-Watches von Samsung benötigen ein Samsung Smartphone einer neueren Generation, um sinnvoll zu sein, während LG, Motorola und andere auf das Android-Wear-SDK setzen und damit kompatibel zu allen Android-Smartphones sind.

Auch im automobilen Unterhaltungsbereich herrscht bereits Gedränge. Ford setzt hier auf Microsoft, einige andere auf das speziell für eingebettete Systeme entwickelte QNX, das zu BlackBery gehört. Auch das von Samsung frisch aufgelegte »Open Smart Home Project«, das Geräte im Haus und am Körper zu Hause und in der Ferne steuern und regeln soll, hat mit Apples HealthKit und HomeKit APIs einen Konkurrenten mit Vorsprung. Auch Google investierte letzhin mit dem Erwerb von Nest in Heimautomation und das »Internet der Dinge«.

Das Jahr 2015 wird über Tizens Zukunft bei Samsung entscheiden. Dann soll das erste Smart-TV auf den Markt kommen und das Smartphone Samsung Z wird hoffentlich auch außerhalb Russlands zu erwerben sein.

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