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Di, 17. Juni 2014, 14:44

Software::Security

Nachfolger für TrueCrypt in Sicht

Die in Saarbrücken ansässige Sirrix AG arbeitet offenbar an einem quelloffenen Nachfolger für die im Mai überraschend eingestellte Verschlüsselungssoftware Truecrypt.

Die bekannte Verschlüsselungssoftware TrueCrypt wurde für viele Nutzer ziemlich überraschend im vergangenen Monat eingestellt. Bis dato ist noch immer völlig nebulös, wer oder was hinter der mysteriösen Art und Weise der Einstellung des TrueCrypt-Projekts steckt. Die Projektseite TrueCrypt.org verwies zwischenzeitlich auf eine Sourceforge-Seite, die inzwischen auch nicht mehr erreichbar ist. Dort war bis vor ungefähr zwei Wochen eine Warnung zu lesen, TrueCrypt solle nicht verwendet werden, weil es unsicher und die Entwicklung daher im Mai 2014 eingestellt worden sei. Im Grunde war nie im Detail bekannt, woher TrueCrypt stammte und wer es geschrieben hat, so dass auch Spekulationen ins Kraut schossen.

Kurz nach dem Ende von TrueCrypt hatten zwei unabhängige Entwickler in der Schweiz begonnen, eine Webseite aufzubauen, die dazu dienen soll, Informationen und Unterstützer für eine wie auch immer geartete Fortführung von TrueCrypt zu finden. Sie verzeichnet mittlerweile über 30.000 Downloads und versucht offenbar, ein tragfähiges Modell für die weitere Entwicklung zu finden.

Jetzt kündigt das Saarbrücker Unternehmen Sirrix AG überraschend an, eine quelloffene Software unter der Bezeichnung »Trusted Disk« veröffentlichen zu wollen. Diese soll in Anlehnung an ein von Sirrix zusammen mit der Escrypt GmbH im Auftrag des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) selbst vor ungefähr drei Jahren durchgeführtes TrueCrypt-Security-Audit auf bereinigten Code-Bestandteilen von TrueCrypt basieren. Sirrix verwendet die Bezeichnung »Trusted Disk Enterprise« bereits für eine Unternehmensversion zur Festplattenverschlüsselung mit PKI- und Smartcard-Support. Die kommerzielle Version wurde unter anderem deshalb zuerst fertig, weil zwangsläufig nicht alle Bestandteile der Software von Sirrix selbst entwickelt sind, weil sie unter der relativ merkwürdigen, von der Open Source Initiative (OSI) nicht anerkannten TrueCrypt-Lizenz standen. Erst wenn Sirrix auch diese Code-Bestandteile »nach-entwickelt« hat, soll Trusted Disk unter eine reguläre Open-Source-Lizenz gestellt und zur privaten Nutzung freigegeben werden.

Laut Sirrix-Vorstandschef Ammar Alkassar wolle man mit einem Open-Source Nachfolger für TrueCrypt sicherstellen, dass auch Privatanwendern in Zukunft eine vertrauenswürdige Verschlüsselungslösung mit einem hohen Sicherheitsniveau zur Verfügung stehe. Alkassar weiter: »Angesicht des Jahrestages der Snowden-Enthüllungen erscheint die Empfehlung der bisherigen TrueCrypt-Entwickler, auf Microsofts Bitlocker zu wechseln, unverständlich«.

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