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Mi, 9. Juli 2014, 12:54

Software::Kernel

Zukunft des Echtzeit-Kernels ungewiss

Thomas Gleixner, Hauptaktuer beim RT-Kernel-Patchset, hat auf der Linux-Kernel-Mailing-Liste LKML Bedenken über die Zukunft des Preempt-RT-Kernels geäussert.

Oselas

Bereits im letzten Jahr hatte Gleixner anlässlich des alljährlichen Real-Time-Linux-Workshop seine Bedenken kundgetan ob der Tatsache, dass Red Hat der einzige Sponsor des RT-Patchset sei. Neben Gleixner sind noch Ingo Molnar, Sebastian Siewior, Frédéric Weisbecker, John Kacur, Paul McKenney, Steven Rostedt, Paul Gortmaker und Darren Hart an der Arbeit am RT-Kernel beteiligt.

Bei diesem Treffen hatte Gleixner auch berichtet, die Integration des RT-Patchset werde 2014 auf die ein oder andere Weise abgeschlossen. Um 100 Prozent der Patches zu integrieren brauche es mehr Unterstützung als derzeit verfügbar sei. Die andere Variante wäre, man gebe sich mit den 95 Prozent zufrieden, die bereits Upstream sind und verzichte auf weitere Neuerungen.

Jetzt hat Gleixner anlässlich der Ankündigung von Kernel 3.4.10-rt7 seine kritische Einschätzung der Lage wiederholt und seiner Verärgerung Ausdruck verliehen. Nicht nur sei aus Industriekreisen niemand zu einer zusätzlichen Förderung bereit, es versuche im Besonderen ein Unternehmen sich als Experte und Erfinder eines Großteils des RT-Patchset hinzustellen.

Insgesamt wisse man aus Download-Logs, so sagte Gleixner bereits im letzten Jahr, dass viele bekannte Unternehmen die Echtzeit-Unterstützung für ihre Produkte einsetzen, darunter auch viele deutsche Firmen. Kürzlich sei zudem die Frage an ihn herangetragen worden, wann er denn als Verwalter des RT-Kernels zurücktreten würde.

Jetzt stellte er klar, dass er keinesfalls zurücktreten werde, allerdings seinen zeitlichen Einsatz für das Projekt zurückfahren werde, da er schließlich auch Geld verdienen müsse. Die Konsequenzen daraus seien, dass es keine neuen Funktionen mehr gebe - im Gegenteil plane er für 3.16-rt Funktionen fallen zu lassen, die nicht dringend benötigt würden. Gleichzeitig müsse er die Bemühungen um die Integration in den Hauptzweig des Kernels zurückfahren.

Linus Torvalds hatte sich nach Gleixners letztem Vortrag bei der LinuxCon Japan erschrocken darüber geäußert, dass die Situation noch schlechter sei als erwartet. Gleixner betont, das RT-Projekt habe in den letzten zehn Jahren bereits viel zur Qualität des Mainline-Kernels beigetragen; eine volle Integration in den Hauptzweig würde diese positiven Auswirkungen nochmals verstärken. Allerdings sieht er für die restlichen 15 Jahre seines Berufslebens nicht, dass er genügend freie Zeit haben wird, seine weiteren Pläne für den RT-Kernel zu verwirklichen.

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