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Di, 15. Juli 2014, 17:33

Software::Branchenlösungen

LiMux in München erneut in der Kritik

Der seit Mai in München neu ins Amt gewählte SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter und sein CSU-Stellvertreter Josef Schmid machen gegen das LiMux-Projekt Front. Allerdings scheint die formulierte Kritik entweder recht allgemein oder nicht sonderlich substantiell.

Stadt München

In einem demnächst im Münchner Behördenmagazin »Stadtbild« erscheinenden Interview mit dem neuen Regierenden Bürgermeister Dieter Reiter, das den Kollegen vom Linux-Magazin vorab zugespielt wurde, wird dieser unter anderem auch gefragt, ob er als bekannter Fan von Microsoft denn jetzt wieder eine Migration zu den Produkten aus Redmond einleiten werde.

Er soll weder dem Attribut, ein Fan zu sein noch der Rückmigration widersprochen haben und dazu gesagt haben, die Entscheidung zu Linux habe ihn damals überrascht. Es sei ja bekannt, dass Open-Source-Software »gelegentlich den Microsoft-Anwendungen hinterher hinke«. Er habe damit selbst einschlägige Erfahrungen. Es habe bereits Gespräche mit den Kollegen der Münchner IT gegeben und er sei bereit, »für die Kollegen und Kolleginnen vor Ort die bestmögliche Lösung zu finden«.

Auch der zweite Bürgermeister der Stadt, der stellvertretende Bezirksvorsitzende der CSU, Josef Schmid, macht gegen LiMux mobil. Er beschwert sich in einem Interview mit der Abendzeitung über »das ganze Thema Limux«. Alles sei schwieriger, Anwenderprogramme ließen übliche Funktionen vermissen und vieles sei nicht kompatibel mit Systemen außerhalb der Verwaltung. Während im Wirtschaftsleben ein einziges Programm ausreiche, um Mails, Kontakte und Termine zu vernetzen, sei das alles jetzt viel schwieriger. Zudem habe er einen Monat auf sein Smartphone warten müssen, und man habe »einen externen Mailserver« einrichten müssen, damit der E-Mail-Verkehr auf den Smartphones überhaupt funktioniert.

Die Kritik der beiden Bürgermeister bleibt allgemein und wo sie konkreter wird, scheint sie nicht von übermäßigem Sachverstand geprägt. So sagt dann auch der Verantwortliche für die Münchner IT, Karl-Heinz Schneider den Kollegen von heise online auf Nachfrage, er verstehe die Aufregung nicht. Man könne in sicherheitsrelevanten Umfeldern nicht ein Smartphone kaufen und es dem Nutzer in die Hand drücken. Neue Smartphones würden in unter einer Woche ausgeliefert. Ansonsten seien ihm keine Problembereiche bekannt, die über das normale Fehler- und Beschwerdeaufkommen einer Verwaltung dieser Größenordnung hinausgehen.

Die Gerüchteküche in München unkt seit Längerem von Bestrebungen der rot-schwarzen Koalition, das Ruder wieder in Richtung Microsoft herumzureißen. So würden in einer Liste Beschwerden gesammelt, die zur Argumentation für eine Rückmigration dienen könnten. In diesen Kontext reihen sich nun die Verlautbarungen der beiden OBs zu LiMux in der Lokalpresse.

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