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Do, 17. Juli 2014, 13:39

Software::Distributionen

AppStream 0.7 veröffentlicht

AppStream, eine Spezifikation und Bibliothek zur Verwaltung von Metadaten zu Software-Paketen, wurde in Version 0.7 veröffentlicht.

Architektur von AppStream

Matthias Klumpp

Architektur von AppStream

Anwendungen möglichst einfach installieren zu können, ist offensichtlich ein wichtiges Bedürfnis aller Benutzer. Sogenannte App-Stores, die in den letzten Jahren populär wurden, dürften diese Aussage bestätigen. Unter Linux gab es seit vielen Jahren schon zahlreiche ähnliche Versuche. Einer der jüngsten und vielleicht der einzige, der weitere Verbreitung gefunden hat, ist das Ubuntu Software Center. Es stellt letztlich nur eine alternative Oberfläche für eine bewährte Technologie dar. Dies hat Vor- und Nachteile, aber der größte Vorteil dürfte sein, dass auf eine der Stärken von Linux, das ausgefeilte Paketsystem, aufgesetzt wird. Die meisten Entwickler teilen diese Auffassung, dass das Paketsystem genutzt und nicht umgangen werden soll. Neue Entwicklungen wie Docker könnten allerdings Auswirkungen haben, die in eine andere Richtung gehen.

Schon Anfang 2011 führte das Aufkommen der Software-Center zu Überlegungen, die Kräfte der Distributionen zu bündeln. Initiiert von Vincent Untz, Gnome-Entwickler bei Suse, trafen sich Vertreter mehrerer Distributionen, denen es gelang, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen. Aus diesen ersten Entwürfen ging AppStream hervor, das sich im Kern auf PackageKit und eine Xapian-Datenbank stützt.

AppStream ist eine Distributions-unabhängige Spezifikation von Metadaten für Software-Pakete. Mit ihrer zugehörigen Bibliothek stellt sie die Grundlage bereit, um Software-Center-Anwendungen zu schreiben. Sie spezifiziert eine vereinheitlichte Software-Metadaten-Datenbank, Screenshot-Dienste und einige weitere Dinge, die benötigt werden, um benutzerfreundliche Programme zur Auswahl und Verwaltung von Software zu erstellen.

Diese »Infrastruktur für Distributions-unabhängige Software-Center«, wie sie sich selbst bezeichnet, ist eine gemeinschaftliche Arbeit von Vertretern der Distributionen Debian, Ubuntu, Fedora und Opensuse. Jetzt wurde Version 0.7 mit zahlreichen Neuerungen veröffentlicht.

Die Software-Pakete können nun viel ausführlicher spezifiziert werden. Mit dem Tag <languages> in der XML-Datei des Paketes können Angaben zu den unterstützten Sprachen und der Vollständigkeit der Übersetzungen gemacht werden. Ein Paket kann jetzt auch den Typ addon haben, womit angezeigt wird, dass es eine Erweiterung oder ein Plugin eines anderen Paketes ist. Software-Center können die verfügbaren Erweiterungen einer Software gruppieren. Das Tag <provides> wurde erweitert, so dass man nun auch DBus-Schnittstellen angeben kann, die ein Paket bereitstellt.

Neu ist auch das Tag <developer-name, in dem der Name eines Entwicklers angegeben kann, alternativ auch eine Entwickler-Gemeinschaft. Das neue Tag <update_contact> erlaubt die Angabe einer E-Mail-Adresse, um mit den Entwicklern in Kontakt zu treten, um Änderungen zu diskutieren. Zeitstempel in <release>-Tags müssen nun Unix-Zeiten in Sekunden sein, und das Tag <pkgname> darf mehrfach verwendet werden.

Die AppStream-Software wurde stark überarbeitet. Eine neue Bibliothek, die auf Qt beruht, kam zur vorhandenen Bibliothek, die auf GLib und GObject aufsetzt, hinzu. Weitere Änderungen betreffen die Dokumentation und die Lizenzierung. Die Lizenz der Bibliotheken wurde von der LGPLv3 auf die LGPLv2.1 oder neuer erweitert.

Dass AppStream immer noch in der Entwicklung ist, lässt sich auch daran erkennen, dass die Programmierschnittstelle gegenüber Version 0.6 in inkompatibler Weise geändert wurde. Bis auf weiteres sind solche Änderungen auch in Zukunft nicht ausgeschlossen. Version 0.7 steht zum Download bei FreeDesktop.org bereit und ist auch in einigen Distributionen enthalten.

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