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Fr, 18. Juli 2014, 13:27

Software::Grafik

Verhaegen: ARM blockiert freien Treiber für Mali

Luc Verhaegen, Entwickler des freien Mali-Grafiktreibers »Lima«, kritisiert ARM und fordert das Unternehmen auf, endlich für einen freien Treiber für die Mali-Grafikchips zu sorgen.

Roadmap der Mali-GPUs

ARM MPD

Roadmap der Mali-GPUs

Der X11-Entwickler Verhaegen analysiert in seinem Blog ein Interview von Anandtech mit Jem Davies, dem Chef der Medienverarbeitungs-Gruppe bei ARM (ARM MPD), und andere Aussagen von Davies. Davies sieht den seit langem geforderten freien Treiber für die Mali-Chips nicht als lohnenswertes Ziel an. Diese seit langem bestehende Haltung von ARM war für Verhaegen schon 2011 der Anlass, einen freien Treiber durch Reverse Engineering zu produzieren. Im Februar 2012 wurde dieser Treiber unter dem Namen Lima veröffentlicht. Die Situation dürfte jedoch ähnlich sein wie bei Nvidia, so dass mangels Dokumentation die Geschwindigkeit und die Unterstützung neuerer Chips deutlich hinter dem proprietären Treiber zurückbleiben.

Verhaegen berichtet von Gerüchten, dass die ARM MPD-Entwickler liebend gerne einen freien Treiber bereitstellen würden, lediglich Davies stelle sich dem entgegen. Dabei gibt es laut Davies nur geschäftliche Gründe, die gegen den offenen Treiber sprechen. Außerdem unterstütze er Linaro, das Industriekonsortium zur Förderung von Linux auf ARM-Chips. Laut Verhaegen ein Scheinargument, da nicht die Medienverarbeitungs-Gruppe, sondern die Mutterfirma ARM in Linaro involviert ist. Zudem besteht Linaro, so Verhaegen, aus Entwicklern, die schon lange an eingebetteten Systemen arbeiten und die teilweise immer noch Schwierigkeiten mit Offenheit hätten. Einige Mitgliedsfirmen von Linaro verletzen weiterhin offen die GPL.

Gelegentlich wird gegen offene Treiber das Argument vorgebracht, dass sie Patentprobleme heraufbeschwören oder zuviele Details der internen Arbeitsweise der Chips verrieten. Verhaegen weist diese Argumente zurück: Solche Probleme würden allein durch die Hardware verursacht, und wenn ein Hersteller Patente verletzt, wird er früher oder später eine Lizenzforderung von Konkurrenten erhalten. Ein offener Treiber trage nicht mehr Informationen nach außen als ARM selbst durch die Publikation von Artikeln preisgegeben hat.

Laut Davies müsste ARM MPD die Kosten für die Entwicklung eines freien Treibers selbst tragen, da es finanziell unabhängig von ARM agiert und keine Finanzspritzen von ARM erhält. Auf der anderen Seite glaubt Verhaegen, dass das Fehlen eines freien Treibers ARM selbst Schaden zufügt, so dass ARM und ARM MPD keineswegs ganz unabhängig voneinander agieren können.

Verhaegen fährt damit fort, die zahlreichen Probleme der binären Mali-Treiber zu beschreiben. Er sieht massive Support-Probleme auf ARM MPD zukommen, da Mali in einer Vielzahl sehr unterschiedlicher Hardware verwendet wird und jede Variante ein eigenes Treiberpaket erfordert. Sicher würde dieser Support-Aufwand deutlich mehr kosten als ein freier Treiber, den Verhaegen daher als einzige Lösung sieht. Der Markt werde ARM MPD geradezu zwingen, dem Beispiel von Broadcom und Nvidia zu folgen und ihre Grafiktreiber für die ARM-Chips zu öffnen.

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