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Fr, 25. Juli 2014, 20:50

Software::Distributionen::Debian

Systemd wird Standard in Debian Testing

Die Integration von Systemd in Debian Testing hat begonnen. Damit wird der Grundstein gelegt, der den System- und Service-Manager Systemd, der auch ein Init-System beinhaltet, zum Standard in der kommenden Veröffentlichung von Debian 8 »Jessie« macht.

Software in the Public Interest (SPI)

Bereits in den letzten Wochen wurde vermehrt auf Rechnern mit Debian Testing bei Aktualisierungen Systemd als Abhängigkeit installiert. Dabei verblieb aber bisher Sysvinit als Init-System erhalten, sofern der Anwender nicht manuell auf Systemd umstellte. Das wird sich nun ändern, denn die Betreuer von Systemd in Debian beginnen mit der Umstellung auf Systemd als Standard in Vorbereitung auf Debian 8 »Jessie«.

Der Prozess wird einige Wochen in Anspruch nehmen, da die Umstellung als Stufenplan durchgeführt wird. Letzte Woche hatten die Systemd-Maintainer dazu einen Übergangsplan vorgestellt, der in vier Schritten gewährleisten soll, dass sowohl Neuinstallationen als auch Aktualisierungen koordiniert auf Systemd umsteigen können. Der erste Schritt wurde gestern vollzogen, als ein neues »Init«-Paket in den Unstable-Zweig geladen wurde, das nun auf seine Migration nach Testing wartet.

Dieses neue Paket, das Sysvinit ersetzt und von diesem die Auszeichnung »essential« übernimmt, wird gewährleisten, dass auf dem System zu jedem Zeitpunkt ein Init-System vorhanden ist. Der Anwender kann zwischen Sysvinit, Upstart und Systemd wählen. Um das Binärpaket zu bauen, wurde init-system-helpers gepatched, da es keine direkte Verbindung zum Init-System hat.

In einem zweiten Schritt wird, wenn das neue Init-Paket in Testing angelangt ist, die Priorität von Sysvinit von »essential« auf »optional« herabgestuft. Gleichzeitig wird eine Kopie des Binärpakets Sysvinit nach /lib/sysvinit/ verschoben, um im Notfall mit dem alten Init-System hochfahren zu können. Hierzu muss dann im Notfall in der Kernelzeile ein »init=/lib/sysvinit/init« angehängt werden. Sysvinit erhält zudem eine Abhängigkeit auf Init.

Im dritten Schritt wird daraufhin das neue Init-Paket mit veränderter Reihenfolge der Abhängigkeiten erneut hochgeladen und leitet die eigentliche Umstellung ein. Der vierte Schritt beinhaltet dann lediglich die Anpassung der Prioritäten von Systemd und Systemd-Sysv.

Bei neuen Installationen soll diese Konstellation bewirken, dass Systemd-Sysv installiert und Sysvinit und Sysvinit-Core nicht mehr installiert werden. Bei Aktualisierungen von Stable nach Testing oder innerhalb Testings wird das alte, essenzielle Sysvinit gegen das neue, optionale Sysvinit getauscht, welches wiederum Init installiert, was Systemd-Sysv nach sich zieht. Anwender, die den Wechsel nicht mitgehen wollen, müssen lediglich Sysvinit-Core installieren.

So schwer die Entscheidungsfindung in Sachen Systemd bei Debian auch war, umso reibungsloser lief seither die Entwicklung hin zu Systemd als Standard für Jessie. Die Entwicklung wird in wichtigen Punkten mit Ubuntu abgestimmt. Die Quote an Fehlermeldungen hält sich bisher in zu erwartenden Grenzen, die die Panikmache vieler Gegner während der Entscheidungsfindung als genau das entlarven. Systemd ist in Debian angekommen, dies wird in den nächsten Wochen nun offiziell.

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