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Mo, 28. Juli 2014, 17:42

Software::Desktop::KDE

Kügler: Der Weg zu Wayland für Plasma

Sebastian Kügler hat beschrieben, was für Plasma, den Desktop von KDE, noch getan werden muss, damit es unter Wayland läuft.

Anwendungen von KDE Frameworks 5 unter Weston, dem Kompositor von Wayland

Sebastian Kügler

Anwendungen von KDE Frameworks 5 unter Weston, dem Kompositor von Wayland

Nachdem die KDE Frameworks 5 und Plasma 5 erste offizielle Versionen veröffentlicht haben, ist die grundlegende Arbeit am Nachfolger von KDE 4 weitgehend erledigt und die Entwickler können sich wieder verstärkt um andere Themen kümmern. Eines davon ist die Portierung auf Wayland. Kügler beginnt seinen Blog-Eintrag mit einigen Gründen, warum Wayland erstrebenswert ist.

Hauptsächlich sind es aus Sicht von Plasma drei Gründe, die für Wayland sprechen. So fehle es X11 an modernen Schnittstellen und Protokollen, stattdessen schleppe es viel Ballast aus der Vergangenheit mit, der viel Komplexität bringt und mit dem schwer zu arbeiten ist. Die grafische Darstellung von X11 sei auch nicht immer korrekt, wenn es um das Timing geht. Außerdem seien die X11-Anwendungen kaum voneinander isoliert, was es aus der Sicherheitsperspektive zu einem Alptraum mache. Für Details zu Wayland im Vergleich zu X11 weist Kügler auf einen Vortrag von Daniel Stone hin, der auf Youtube verfügbar ist.

Man darf laut Kügler aber nicht vergessen, welch wichtige Rolle X11 gespielt hat. Es wird auch nicht einfach verschwinden, da viele Anwender nicht so schnell oder gar nicht zu Wayland wechseln werden. In einigen Bereichen, insbesondere in der Industrie, werden wohl auch in zehn Jahren noch X11-basierte Systeme zu finden sein. Aus diesem Grund sollen Plasma und KDE-Anwendungen auf absehbare Zeit noch X11 unterstützen. Der größte Teil der Anwendungen soll unter X11 genauso lauffähig sein wie unter Wayland. Es wird keine unterschiedlichen Binärdateien für X11 und Wayland geben, sondern dieselbe Binärdatei wird unter beiden Systemen laufen und jeweils die zur Plattform gehörenden dynamischen Bibliotheken verwenden.

Mit KDE Frameworks 5 sind die Unterschiede zwischen X11 und Wayland bereits zum größten Teil abstrahiert, so dass KDE-Anwendungen der neuen Generation bereits unter Wayland laufen, ohne dass noch ein X-Server benötigt wird. Der Plasma-Desktop dagegen ist noch nicht so weit, da er tiefer im System integriert ist. Es gibt laut Kügler im Moment noch einige fehlende Teile: Schnittstellen zwischen der Desktop-Shell, dem Kompositor und dem Display-Server sind noch nicht komplett, die Behandlung von globalen Tastenkürzeln, Bildschirmsperre, Informationen über Fenster und einiges mehr sind noch Baustellen. Der Window-Manager KWin soll die Rolle des Kompositors unter Wayland übernehmen, er ersetzt also den mit Wayland mitgelieferten beispielhaften Kompositor Weston. Darüber hinaus gibt es einige weitere KDE-Komponenten, die noch angepasst werden müssen.

Aus den genannten Ausführungen Küglers ergibt sich die Portierungsstrategie für Plasma auf Wayland. Die Anwendungen entscheiden zur Laufzeit, ob sie mit X11 oder Wayland kommunizieren, wobei Qt und die Bibliotheken von KDE Frameworks die nötigen Abstraktionen bereitstellen. Die Verwendung von X11 wird optional, sowohl beim Compilieren als auch zur Laufzeit. Wann eine erste Version von Plasma für Wayland erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. Allerdings kann jeder Entwickler mithelfen, die Portierungsstrategie umzusetzen. Jetzt ist laut Kügler eine gute Gelegenheit, einzusteigen.

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