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Do, 7. August 2014, 16:56

Software::Distributionen::Ubuntu

Großbritannien: Ubuntu Shopping-Linse ist rechtskonform

Die zuständige Behörde in Großbritannien hat eine Beschwerde gegen die Shopping-Linse in Ubuntu verworfen. Spätestens seit der Anzeige der Datenschutzhinweise in Ubuntu 13.04 sei gegen die Funktionalität nichts mehr einzuwenden.

Suche mit Ergebnissen der Shopping-Linse in Ubuntu 12.10

Hans-Joachim Baader

Suche mit Ergebnissen der Shopping-Linse in Ubuntu 12.10

Im Sommer 2012 hatte Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth die Einführung der Shopping-Linse, die die Suchfunktion in der Übersichtsseite von Unity auf Online-Angebote erweitert, angekündigt. In Ubuntu 12.10 wurde sie dann erstmals an die Benutzer ausgeliefert. Die Linse, besonders aber die Tatsache, dass sie standardmäßig eingeschaltet war, sorgte für einige Bedenken bezüglich des Datenschutzes, teils auch für Empörung unter den Benutzern. Tatsächlich wies die anfängliche Implementation einige Probleme bezüglich des Datenschutzes auf, die allerdings in späteren Versionen beseitigt wurden.

Unter den Kritikern waren auch die Electronic Frontier Foundation (EFF), die die Probleme mit der Privatsphäre und Mängel in der Sicherheit aufzeigte und Verbesserungen verlangte, und GNU-Gründer Richard Stallman, der aufgrund dieser Tatsachen Ubuntu als Spyware bezeichnete.

Ein Anwender, der es nicht bei Kritik beließ, sondern auch aktiv wurde, ist Luis de Sousa. De Sousas Aktionen gipfelten in einer formalen Beschwerde an die Europäische Union, um die Implikationen der Shopping-Linse auf die Privatsphäre prüfen zu lassen. Doch es begann in wesentlich kleinerem Rahmen, wie de Sousa jetzt in seinem Blog zusammenfasst. Er brachte die Europäische Datenschutzdirektive ins Spiel und stellte im Oktober 2012 die Frage nach rechtlichen Aspekten der Shopping-Linse. Eine offizielle Reaktion von Canonical gab es darauf nicht, und de Sousas wiederholte Beiträge zu dem Thema in den Ubuntu-Foren wurden nach seinen Angaben alle gelöscht oder geschlossen.

Nach diesem Misserfolg richtete De Sousa eine Petition an Canonical, die im wesentlichen forderte, dass die Shopping-Linse nur nach Zustimmung des Benutzers eingeschaltet werden sollte. Vor etwa einem Jahr wurde die von 57 Personen unterzeichnete Petition an Canonical übergeben, eine Reaktion erfolgte nicht. Danach wandte sich de Sousa an die britische Behörde Information Commissioner's Office (IOC). Er hätte sich nach seinen Worten an jede für den Datenschutz zuständige Behörde irgendwo in der Europäischen Union wenden können.

Die Behörde benötigte neun Monate, um den Fall zu untersuchen und schließlich zu einer Antwort zu kommen. In der Antwort bedankt sich das IOC bei de Sousa, dass er den Fall vorgebracht habe. Nach eingehender Untersuchung sei sie zu dem Schluss gekommen, dass die Shopping-Linse mit den Datenschutz-Richtlinien konform sei, da dem Benutzer ein angemessener Hinweis angezeigt werde. Es gebe daher bei Canonical nichts zu beanstanden. De Sousa akzeptierte die Antwort, wird aber weiterhin die Shopping-Linse abgeschaltet lassen.

Den von der IOC genannten rechtlichen Hinweis zur Shopping-Linse hatte Canonical in Ubuntu 13.04 eingebaut und danach noch weiter verfeinert. Die neueste Entwicklung ist, dass Canonical die Shopping-Linse in Unity 8 standardmäßig deaktiviert liefern will. Das hat keinen Einfluss auf die aktuelle Ubuntu-Version 14.04 LTS, die noch Unity 7 enthält. Unity 8 wird frühestens in Ubuntu 14.10 erscheinen, das am 25. September veröffentlicht werden soll.

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