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Mo, 25. August 2014, 16:31

Software::Desktop

Mozilla fordert mehr Vertrauen in der Online-Werbung

Mozilla will mehr Vertrauen, Transparenz und Benutzerkontrolle in der Online-Werbung. Erreichbar ist dies nach der Auffassung der Organisation nur, wenn man selbst Teil des Werbe-Ökosystems ist. Daher sollen die Experimente mit Werbung in neu geöffneten Tabs fortgesetzt werden.

Mozilla

Wie Denelle Dixon-Thayer im Mozilla-Blog schreibt, will Mozilla das Onlinewerbungs-Ökosystem umformen. Es gehe darum, Vertrauen, Transparenz und die Kontrolle der ausgetauschten Daten durch den Benutzer zu stärken. Gerade in der Werbeindustrie liege in diesen Punkten einiges im Argen.

Gegenwärtig gibt es in der Online-Werbung kein Vertrauen, so Dixon-Thayer. Es bleibt den Benutzern meist verborgen, welche Daten zu den Werbetreibenden gehen, um die Werbung zu personalisieren. Es fehlt an Transparenz. Die vorherrschende Währung im Web sollte Vertrauen sein, tatsächlich sind es aber die Benutzerdaten, die für die Betreiber von Webangeboten einen enormen Wert haben. Viele Angebote sind kostenlos, weil sie sich durch Werbung finanzieren. Das ist nichts Neues, viele Zeitungen und Medienangebote leben zumindest zum Teil von der Werbung. Das Neue ist, dass die Online-Anzeigen »optimiert« werden, um mehr Erlös abzuwerfen. Dazu werden die Daten eingesetzt, die man von dem Benutzer hat, um Anzeigen einzublenden, die ihn mehr interessieren könnten.

Mozilla hält das nicht grundsätzlich für schlecht, wenn mit den Daten mit Wissen und Einverständnis des Benutzers umgegangen wird. Das Problem ist, dass das selten der Fall ist. Aus Rückmeldungen der Benutzer weiß Mozilla, dass Transparenz und die Kontrolle über die eigenen Daten die wichtigsten Aspekte der Online-Werbung für sie sind. Die Benutzer wollen wissen, was mit ihren Daten passiert, kontrollieren, welche Daten weitergegeben werden, verstehen, wie die Daten genutzt werden, und wissen, was sie im Gegenzug dafür bekommen. Das heißt, die meisten Benutzer würden einige Daten über sich preisgeben, wenn sie davon einen klar ersichtlichen Vorteil haben.

Die von Mozilla initiierte Do Not Track (DNT)-Initiative war ein Fehlschlag. Die meisten Werbeanbieter ignorierten dieses Signal. Mozilla zieht daraus den Schluss, mehr für die Benutzer tun zu müssen. Neue Ideen müssen gefunden werden. Doch um einen Einfluss zu haben oder als Vorbild dienen zu können, muss Mozilla selbst an dem Werbe-Ökosystem teilnehmen. Eine kurze Experimentierphase mit Werbung in Firefox gab es bei Mozilla Anfang des Jahres schon einmal, sie wurde wegen des negativen Feedbacks der Benutzer aber schnell wieder beendet. Es handelte sich um gesponserte Werbeflächen, die anstelle einer Auswahl der zuletzt benutzten Seiten eingeblendet werden sollten. Die Gelegenheit zu solchen Einblendungen ergibt sich immer, wenn der Browser mit einem leeren Tab gestartet oder ein Tab neu geöffnet wird.

Mozilla will nun erneut in diesen Flächen Werbung einblenden, aber nur in einer Form, die obigen Prinzipien entspricht. Die Benutzer sollen demnach in ihren Einstellungen festlegen können, welche Daten die Werbetreibenden erhalten können, und die Werbetreibenden sollen verpflichtet werden, sich an die Regeln zu halten. Wer sich darüber informieren will, mit welchen Webseiten unter der Haube Kontakt aufgenommen wird, kann die Erweiterung Lightbeam installieren. Alles zusammengenommen will Mozilla nach den Worten von Darren Herman vier Punkte demonstrieren: Man kann Werbung in einer Art und Weise einblenden, die die Privatsphäre der Benutzer respektiert. Die Werbetreibenden sollen weiter dazu gedrängt werden, DNT zu befolgen. Es sollen nur die nötigsten Daten gesammelt werden, und welche, soll den Benutzern klar mitgeteilt werden. Und die Benutzer sollen die Möglichkeit haben, die herausgegeben Daten genau festzulegen und jederzeit zu ändern.

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