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Di, 2. September 2014, 12:34

Gesellschaft::Politik/Recht

NHS hat Spine2 in Betrieb genommen

Großbritanniens National Health Service (NHS) hat in den letzten zwei Jahren intensiv an einem fast freien Ersatz für die zentrale Gesundheits-Datenbank Spine gearbeitet. Die Datenbank verbindet 27.000 primäre und sekundäre Gesundheitsdienstleister miteinander. In der letzten Woche wurde Spine2 in Betrieb genommen.

Spine basierte bis zu diesem Jahr auf Oracle-Technologien, die die Daten von über 70 Millionen Patienten verwalten und sämtlichen Gesundheitsdienstleistern wie beispielsweise Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Therapeuten bereitstellen. Diese nutzen Spine als Plattform, um Behandlungsdaten auszutauschen und die Behandlungen effizienter zu gestalten, Arzneimittelrezepte elektronisch an Apotheken zu senden sowie für Forschung und Qualitätskontrollen. Patienten können Spine nutzen, etwa um Reservierungen in Krankenhäusern vorzunehmen. Die Verträge mit Oracle laufen in diesem Jahr aus, was den NHS dazu bewegte, mit Spine2 eine eine auf freier Software basierende Neuentwicklung anzustoßen. Federführend bei der Entwicklung waren das Health and Social Care Information Centre (HSCIC) und die IT-Beratungsfirma BJSS.

Spine2 wird seit der letzten Woche produktiv eingesetzt. Die Datenbankanwendung basiert auf der freien, verteilten, dokumentenbasierten NoSQL-Datenbank Riak, dem in Python implementierten asynchronen und blockierungsfreien Webserver Tornado und der In-Memory-Datenbank Redis. JSON, Mustache und Schematron werden genutzt, um Daten auszutauschen und HL7-Nachrichten und CDA-Dokumente zu erzeugen. Dem NHS ist es nicht gelungen, komplett auf freie Software zu wechseln, denn mit dem Echtzeit-Indexierungs- und Berichtswerkzeug Splunk ist auch ein proprietäres Produkt in Spine2 zu finden. Für den Wechsel auf freie Software gab es zwei Gründe: der NHS möchte seine Kosten senken und eine innovative Lösung haben, die jederzeit mit fähigen Entwicklern an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden kann.

Spine2 wurde bereits vor etwa einem Jahr fertiggestellt. Die letzten Monaten nutzten die Verantwortlichen, um die Anwendung zu testen und die Datenbestände aus Spine zu übernehmen. Aktuell wird geprüft, wie sich das System im Alltag schlägt, wenn täglich etwa 225.000 Personen auf Spine2 zugreifen. Gesundheitsdienstleister sind vom HSCIC dazu angehalten, festgestellte Probleme ihren lokalen IT-Dienstleistern zu melden. Fehler, die erst jetzt auffallen, werden so schnell wie möglich von Entwicklerteams geprüft und behoben, um Störungen bei der Behandlung von Patienten zu minimieren.

Mit Spine2 stellt der NHS sicher, dass Patientienten und ihre Krankengeschichte, Allergien, Unverträglichkeiten und aktuelle Medikationen zentral erfasst werden. So können Ärzte Behandlungen optimieren und kostenintensive Doppelbehandlungen vermeiden.

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