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Mi, 10. September 2014, 15:09

Software::Distributionen::BSD::OpenBSD

Systemd-Funktionalität für OpenBSD geplant

Nachdem Systemd unter Linux zum Quasistandard aufgestiegen ist, plant nun auch OpenBSD, eine eigene Implementierung des Systems zu erstellen. Dazu sollen im Rahmen von Googles Summer of Code (GSoC) die Möglichkeiten und potenzielle Lösungen ausgelotet werden.

Puffy, das OpenBSD-Maskottchen

openbsd.org

Puffy, das OpenBSD-Maskottchen

Systemd ist ein Daemon für Linux-Systeme, der als init-Prozess als erster Prozess zum Starten, Überwachen und Beenden weiterer Prozesse dient. Das System wurde von Lennart Poettering und Kay Sievers initiiert und findet mittlerweile einen breiten Einsatz in vielen Distributionen. Nachdem die meisten großen Anbieter Systemd in ihre Produkte aufgenommen hatten, hatte auch Debian die Umstellung angekündigt.

Gänzlich unumstritten ist der Einsatz von Systemd allerdings nicht. Kritiker bemängeln unter anderem, dass die neue Lösung viele Ansätze von Unix verwerfe und einen monolithischen, kaum zu überblickenden Block darstelle, der stetig an Komplexität zunehme, ohne merkliche Vorteile zu bringen. So nennt beispielsweise die Seite boycottsystemd.org Systemd einen zweiten Kernel, der sich über das komplette Linux-Okösystem ausbreitet.

Doch auch aus der Sicht anderer Systeme erweist sich Systemd als eine Linux-Insellösung als wenig optimal. So setzen inzwischen einige Anwendungen auf Komponenten von Systemd auf, was beispielsweise die Entwickler unter BSD in Bedrängnis bringt. Denn ohne Systemd lassen manche Anwendungen einige Funktionen missen - im schlimmsten Fall lassen sie sich allerdings nicht einmal starten. Als Beispiel nennen die OpenBSD-Entwickler Gnome. Gnome selbst verneint es allerdings.

So hat nun das Projekt angekündigt, an einer Lösung des Problems arbeiten zu wollen. Wie Antoine Jacoutot und Landry Breuil schreiben, wollen sie im Zuge des diesjährigen Google Summer of Code (GSoC) vier DBus-Daemonen erstellen, die Systemd-Aufrufe akzeptieren und das Verhalten von Systemd korrekt abbilden. Konkret soll es sich dabei um systemd-hostnamed, systemd-localed, systemd-timedated und systemd-logind handeln.

Wann die neue Lösung fertig sein wird, steht noch nicht fest. Fest steht lediglich, dass sie als eigenständiges Projekt kommen wird. Laut Eigenbeschreibung soll die Lösung, im Gegensatz zum eigentlichen Systemd, auch generisch sein und alle Unix-Systeme unterstützen.

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