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Fr, 12. September 2014, 11:59

Software::Kernel

Aktualisierung: Der Stand von ZFS für Linux

»ZFS on Linux« wird schon seit der Version 0.6.1 von den Entwicklern als produktiv nutzbar bezeichnet. Damals hatte »ZFS on Linux« allerdings noch einen Funktionsrückstand auf die Referenzimplementation. Inzwischen hat das System diesen weitgehend aufgeholt.

ZFS on Linux

Die aktuelle Version von »ZFS on Linux« ist 0.6.3. Diese Version stellt laut Richard Yao einen großen Fortschritt gegenüber der Version 0.6.1 dar, die vor fast eineinhalb Jahren erschienen war und erstmalig von den Entwicklern den Stempel »alltagstauglich« für jeden Einsatzzweck von PC bis zum Supercomputer erhalten hatte. Yao, der zu den eifrigsten Entwicklern von »ZFS on Linux« zählt und gerade bei der auf Docker-Cluster spezialisierten Firma ClusterHQ angeheuert hat, hat jetzt ein differenziertes Bild von Stabilität, Funktionsumfang und Kompatibilität des Systems gezeichnet.

Auch Yao hält ZFS unter Linux für stabil, dabei gilt es aber zwischen verschiedenen Aspekten zu unterscheiden. So geht es unter anderem darum, ob ZFS Daten verlieren kann, ob es abstürzen kann, ob es inkompatible Änderungen am Format auf der Festplatte geben wird, ob es bestehende Dateisysteme ersetzen kann, und ob Updates problemlos sind.

ZFS kann keine Daten verlieren, so Yao. Es verfügt über Prüfsummen für Daten und Metadaten und ist in dieser Hinsicht besser als die meisten anderen Dateisysteme, hinsichtlich anderer Qualitätsmerkmale mindestens gleichauf. Auch die Absturzgefahr des Codes ist nicht höher als mit anderen Dateisystemen. Gelegentlich werden noch Fehler entdeckt, aber das ist bei anderen Dateisystemen und anderer komplexer Software ebenso und mindert nicht deren Verwendbarkeit.

Die Funktionalität von ZFS ist sehr umfangreich. Vor einem Jahr wurde das Projekt OpenZFS gestartet, das das seit über einem Jahrzehnt entwickelte ZFS in offener Weise weiterentwickelt. In diesem Projekt sammelte sich weitgehend dieselbe Gemeinschaft, die bereits vorher an ZFS arbeitete. Zu ihr gehören Matt Ahrens, einer der beiden ursprünglichen Entwickler von ZFS, sowie annähernd hundert Entwickler aus dem Umfeld von Linux, FreeBSD, Mac OS X und Illumos. Die Referenzplattform für ZFS ist Illumos, durch die gemeinsame Entwicklung ist der Linux-Code jedoch größtenteils derselbe. Dadurch liegt »ZFS on Linux« nur noch 18 Funktionen hinter der Referenz zurück. Yao listet sie im Detail auf und bezeichnet neun davon als solche, für die es Workarounds gibt. Die restlichen neun sollen in »ZFS on Linux« 0.6.4 implementiert sein, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Die Entwicklung an »ZFS on Linux«, die bereits seit 2008 läuft, hat sich laut Yao in den letzten beiden Jahren stark beschleunigt. Der Ausblick auf die weitere Entwicklung ist, dass das Team weitere Versionen der Reihe 0.6 veröffentlichen will, bis die ioctl-Schnittstelle von /dev/zfs stabilisiert ist. Dieser Zeitpunkt markiert das Erreichen der Version 1.0. Danach wird es Versionen 1.x mit neuen Funktionen geben sowie Versionen 1.x.y, die lediglich Fehler korrigieren. Auch wenn ZFS wegen der zur GPLv2 inkompatiblen Lizenz nicht in den Linux-Kernel aufgenommen werden kann, kann es doch problemlos von den Distributionen verteilt und als Modul in den Kernel geladen werden. Es gibt nun eigentlich keinen Grund mehr, ZFS nicht als mit den anderen Linux-Dateisystemen gleichberechtigt zu behandeln.

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