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Mo, 15. September 2014, 09:38

Software::Systemverwaltung

Listaller-Projekt wagt Neuanfang

Das Listaller-Projekt, das ein distributionsunabhängiges Werkzeug entwickelt, um Anwendungen von Drittanbietern zu installieren, startet eine neue Implementation, um sich den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Von Listaller verwaltete und systemeigene Pakete

Ximion

Von Listaller verwaltete und systemeigene Pakete

Der vor sechs Jahren begonnene Listaller ist ein distributionsunabhängiges Werkzeug, um Anwendungen von Drittanbietern zu installieren. Es ist durch ein Plugin sehr stark in PackageKit integriert, so dass in der Regel keine zusätzlichen Werkzeuge benötigt werden. Wieviele Nutzer Listaller hat, ist unklar. Es gab nie eine offiziell stabile Version, und die Abstände zwischen den Versionen wurden immer länger. Erst jetzt ist nach einem Jahr Pause die Version 0.5.9 erschienen, die Anpassungen an PackageKit 0.9 enthält. Es soll abgesehen von wichtigen Korrekturen die letzte Version sein, schreibt jetzt einer der Hauptentwickler von Listaller in seinem Blog.

Listaller hat, so Ximion, eine Reihe von Problemen, die sich im Lauf der Jahre gezeigt haben. Was aber die Fortführung von Listaller in der bisherigen Form unmöglich macht, ist eine Änderung in PackageKit, auf das Listaller bisher aufbaut. Ab PackageKit 1.0 gibt es keine Plugins mehr, was es Listaller unmöglich macht, sich als Plugin in die Paketverwaltung einzuklinken. Der Grund für die Änderung, die von Ximion gutgeheißen wird, ist offenbar, dass Plugins zuviele Abstürze in PackageKit verursachten.

Listaller war 2008 gestartet mit den Zielen, alle Installationsschritte nahtlos in das Paketsystem der Distribution zu integrieren, automatische Sandboxen für alle Anwendungen von Drittherstellern zu bieten, Pakete zu signieren und zu verifizieren, auf einfache Weise Updates zu ermöglichen und wo immer möglich die Bibliotheken der Distribution zu verwenden und Duplikate zu vermeiden. Durch die Integration in die Paketverwaltung der Distribution sind spezielle Werkzeuge für Listaller nicht nötig, Installation und Aktualisierung laufen genauso ab wie bei den Distributions-eigenen Paketen.

Inzwischen hat auch das Systemd-Projekt ein Konzept erarbeitet, um die Installation von Paketen von Drittanbietern Distributions-übergreifend zu lösen. Laut Ximion ist das grundsätzlich anders als das Konzept von Listaller und wesentlich invasiver. Er sieht auch einige Probleme mit dem Ansatz von Systemd, darunter die Duplizierung zahlreicher Bibliotheken, die ein Sicherheitsproblem darstellen könnten, wenn sie nicht aktualisiert werden.

Die Zukunft von Listaller hat mit »Listaller.NEXT« bereits begonnen. Es handelt sich um eine Neuimplementation in C, die sich mehr auf das Grundlegende konzentrieren will. Es soll keine Workarounds für Probleme beispielsweise bei der Auflösung von Abhängigkeiten geben, Probleme sollen stattdessen an der Quelle gelöst werden. Zunächst soll nur statisch gelinkte Software unterstützt werden, weil das die Auflösung von Abhängigkeiten vereinfacht. Die Werkzeuge zum Erstellen statisch gelinkter Programme sollen verbessert werden. Es sollen sich keine unnötigen Funktionen mehr einschleichen. Veröffentlichungen sollen schneller erfolgen. Da eine Integration in PackageKit nicht mehr möglich ist, soll eine Integration in Paketverwaltungen wie Apper und »Gnome Software« vorangetrieben werden.

Listaller soll sich nicht mehr auf den Desktop konzentrieren, sondern genauso für Server verwendbar sein. Zur Auflösung von Abhängigkeiten soll künftig AppStream zum Einsatz kommen. Sobald sich Listaller ganz auf AppStream verlässt, wird es allerdings nur noch auf Distributionen funktionieren, die AppStream-Metadaten liefern.

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