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Mo, 22. September 2014, 09:51

Software::Systemverwaltung

Uselessd: Erste Abspaltung von Systemd

Eine erste Abspaltung von Systemd mit dem doppeldeutigen Namen »uselessd« entstand als Ein-Mann-Projekt aus der Webseite »Boycott Systemd« heraus, die Gegner des System-Management-Werkzeugs vereint. Uselessd will Systemd auf ein reines Init-System zurückstutzen.

Die Webseite Boycott Systemd versammelt Gegner von Systemd und deren Argumente. Nun ist eine erste Abspaltung von Systemd aus diesem Dunstkreis hervorgegangen. Der Initiator erläutert auf seiner Projekt-Webseite, er wolle Systemd wieder zu einem reinen Init-System zu machen, welches PID 1 startet sowie Prozesse und Abhängigkeiten verwaltet. Dazu soll alles, was als überflüssig angesehen wird, entfernt werden. Das Projekt steht noch am Anfang und wird noch nicht zur produktiven Nutzung empfohlen.

Die Desintegration beginnt mit dem Herauslösen von Udev aus Systemd. Udev war 2012 integriert worden, um Arbeitsabläufe zu straffen und redundanten Code zu minimieren. Nach Meinung der Macher von uselessd sollte jeder Anwender entscheiden können, ob er udev, eudev oder eine der anderen Varianten wie etwa mdev oder smdev einsetzen will.

Desweiteren wird das Journal entfernt, das bei Systemd die Rolle von rsyslog zum Protokollieren von Systemmeldungen übernommen hat. Hauptkritikpunkt hier ist das binäre Format des Logs, das journald erzeugt. Diese Dateien sollen unter Umständen ihre Konsistenz verlieren können. Zudem wird kritisiert, dass Coredumps von journald aufgezeichnet werden anstatt vom Kernel Messaging System.

Weiterhin stehen auf der Liste der zu entfernenden Komponenten einige Unit-Typen, darunter der eng an udev gekoppelte Typ device sowie timer, swap, mount und automount. Dazu gesellen sich Daemonen wie hostnamed, timedated, localed und logind. Auch systemd-fsck wird durch eine Service-Datei ersetzt, die /sbin/fsck startet.

Das Projekt ist vorrangig auf Linux-Anwender ausgelegt, jedoch soll, soweit möglich, auch BSD unterstützt werden. Als Grundlage von uselessd dient Systemd 208, da hier als unnütz empfundene Entwicklungen wie networked oder die Integration von Kdbus noch nicht enthalten sind.

Sollte diese Abspaltung einen ernsthaften Anspruch haben, ist den Machern dringend zu raten, sich von »Boykott Systemd« sichtbar abzugrenzen. Ansonsten tragen Aktionen wie die vom gestrigen Abend, wo im IRC als Werbekampagne für uselessd in mehreren Kanälen Lennart Poettering in Form einer Textwand mit starken Worten verunglimpft wurde, dazu bei, dass das Projekt in ein schlechtes Licht gerät.

Der Quellcode von uselessd wird auf BitBucket verwaltet, eine Anleitung findet sich dort ebenso wie ein Tar-Archiv.

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