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Fr, 26. September 2014, 13:27

Software::Grafik

Adobe gibt Entwicklungswerkzeuge für CFF und OpenType frei

Adobe hat das »Font Development Kit for OpenType«, einen Werkzeugkasten für die Entwicklung von Schriftarten, in der aktuellen Version unter die Apache-Lizenz gestellt.

Adobe Font Development Kit for OpenType ist eine Sammlung von Kommandozeilenprogrammen, mit denen sich OpenType-Schriftdateien aus PostScript- und TrueType-Schriften erstellen lassen. Es ist bereits seit dem Jahr 2000 kostenlos verfügbar, ursprünglich lief es jedoch nur unter Windows und Mac OS X. Seit März 2014 stellte Adobe eine Linux-Version des weiterhin proprietären Programmes zur Verfügung. Doch einige der Verantwortlichen bei Adobe erkannten, dass die proprietäre Lizenz ein Hindernis bei der Akzeptanz von freien Schriftformaten wie CFF darstellt. CFF (Compact Font Format) ist eine Weiterentwicklung von OpenType und Type1, die von Adobe 2013 unter eine freie Lizenz gestellt wurde.

Mangels vorhandener Werkzeuge blieb die Akzeptanz von CFF bisher gering. Distributionen konnten oder wollten das Adobe Font Development Kit for OpenType (AFDKO) wegen der proprietären Lizenz nicht mitliefern. Selbst die von Adobe freigegebene Schriftfamilie »Source«, die Adobe seit 2012 entwickelt und um neue Varianten erweitert, wurde von Distributionen wie Debian bisher nicht angenommen, da freie Werkzeuge zur Bearbeitung fehlten. Aus dem gleichen Grund gab es auch nur minimale Beiträge zu »Source« aus der Gemeinschaft, fast die ganze Arbeit musste von Adobe selbst erledigt werden. Sogar diversen Unternehmen war die Lizenz von AFDKO zu restriktiv, als Beispiel nannte David Lemon, Manager des Schriftentwicklungs-Teams von Adobe, Apple.

Mit der neuesten Version von AFDKO vom 18. September werden die Karten jedoch neu gemischt. Mit der Ankündigung, die Lemon auf der ATypI-Konferenz in Barcelona vorstellte, wird das Produkt freie Software unter der Apache 2.0-Lizenz. Damit will Adobe nicht nur die Beteiligung an der Entwicklung der Source-Schriftarten fördern, sondern sicher auch die Position von CFF gegenüber Truetype stärken. Außerdem gab es zumindest nach Ansicht von Adobe bisher keinen guten freien Schriftarten-Editor, so dass auch diese Lücke nun geschlossen ist.

Teile von Adobe, unter anderem die Schrift-Abteilung um Lemon, sind gegenüber Open Source sehr aufgeschlossen und sehen in der Öffnung von Quellcode einen Schritt, von dem der Hersteller genauso profitiert wie die Gemeinschaft. Doch auch innerhalb von Adobe gibt es andere Ansichten, und so konnten zwei Komponenten von AFDKO nicht als Open Source freigegeben werden. Beide sind von anderen Adobe-Abteilungen patentiert, die kein Interesse an der Freigabe zeigten. Ersatz für diese Komponenten dürfte jedoch bald geschaffen sein. Das freie AFDKO ist auf der Github-Seite von Adobe zu finden und wird voraussichtlich auch seinen Weg in die Linux-Distributionen nehmen.

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