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Di, 7. Oktober 2014, 11:06

Gemeinschaft

Lennart Poettering kritisiert die Linux-Gemeinschaft

Lennart Poettering, Entwickler von Systemd, äußert sich in einem Eintrag auf G+ über die Linux-Gemeinde und klassifiziert sie als einen oft feindlichen und kranken Ort.

Poettering selbst hat in der Vergangenheit und besonders in letzter Zeit viel Kritik an seiner Person und seiner Software erfahren. Die anhaltende Kritik an Systemd und seiner Person geht dabei mit fast täglichen Hasstiraden im IRC und Androhung von Gewalt und Mord weit über jedes erträgliche Maß hinaus. Er betont, die Abhandlung dieses Themas sei kein Heischen nach Sympathie, er könne mit den Anfeindungen gegen ihn umgehen. Es soll vielmehr der Finger in eine Wunde gelegt werden, die in der Öffentlichkeit in ihrer Gesamtheit selten wahrgenommen wird.

Der Entwickler tritt in seinem Text der landläufigen Sichtweise entgegen, die Linux-Szene sei ein freundlicher Ort mit Menschen, die sich gegenseitig schätzen und auf Konferenzen gemeinsam Bier trinken. Vielmehr sei gerade die Linux-Gemeinschaft ein oft hasserfüllter Ort, der Neueinsteiger abschrecke. Hier sei die Community und das Internet im Allgemeinen nicht viel anders als das alltägliche reale Leben außerhalb des Internet.

Als Grund für diese oft feindliche Atmospäre macht Poettering Leitfiguren wie Linus Torvalds und den engeren Kreis der Kernel-Entwickler aus. Torvalds stellt des Öfteren seine eigenen, oft groben verbalen Entgleisungen öffentlich als akzeptablen Führungsstil dar. Poetterings Darstellung, auch in diesem Kreis würden halböffentlich Fantasien verbreitet, wie man ihm am Besten nach dem Leben trachten könne, tritt in den Kommentaren Kernel-Entwickler Theodore T'so entgegen, wenn er sagt, ihm sei so etwas nicht bekannt. Sollte jemand von solchen Äußerungen aus diesem Kreis Kenntnis haben, so würde er gerne davon erfahren.

Zum Führungsstil bei der Kernel-Entwicklung sei zu sagen, sollte Linux Erfolg haben so sei es trotzt und nicht wegen des Führungsstils, der ein schlechtes Beispiel darstelle. Aspiranten auf eine Tätigkeit als Entwickler in Linux-Kreisen sollten sich schnell ein dickes Fell zulegen, falls sie nicht bereits im Vorfeld abgeschreckt würden. Aber nicht nur unter den Kernel-Entwicklern sei es üblich, seinem Ärger mit Verbalentgleisungen Raum zu geben, auch bei Gentoo und anderen Communities sei dies akzeptiertes Verhalten.

Die Linux-Gemeinde sieht Poettering heute von weißen heterosexuellen Männern zwischen 30 und 40 aus der westlichen Hemisphäre dominiert - ein Profil, in das er selbst perfekt passt, wie er anmerkt. Wenn er sich den Müll anschaue, der von dieser Gruppe über ihm ausgekippt werde, so wolle er nicht wissen, wie es Minderheiten oder anderen ethnischen Gruppierungen ergeht, die teils ein gänzlich anderes Verständnis von Gesichtsverlust haben wie die westliche Welt.

Poettering, der sich künftig öffentlich nicht mehr zu diesem Thema äußern will, gesteht ein, auch keine Lösung für die aufgezeigten Mängel zu haben, er wolle als technisch orientierter Mensch auch nicht an ihrer Behebung mitwirken. Er betont auch, der überwiegende Teil der Linux-Gemeinde entspreche nicht dem aufgezeigten Negativbild. Er bleibe der Gemeinschaft der Kernel-Entwickler schon seit Langem fern. Die Systemd-Gemeinschaft sei derzeit fantastisch, was nicht zuletzt auch der Moderation der Mailingliste geschuldet sei.

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