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Do, 16. Oktober 2014, 10:19

Gesellschaft::Politik/Recht

Kosten einer Rückmigration von Limux zu Windows in München

In der anhaltenden Diskussion über Münchens Linux-Strategie hat Oberbürgermeister Reiter eine Anfrage der Fraktion »Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste« im Stadtrat beantwortet und unter anderem die Kosten einer Rückkehr zu Microsoft beziffert.

Stadt München

Vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung über Pläne zu einer Rückkehr zu Microsoft in der Münchner Verwaltung hatte am 3. September die Fraktion »Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste« eine Anfrage mit zwölf Fragen an Oberbürgermeister Reiter gestellt, die dieser nun beantwortete.

In seinem Antwortschreiben (PDF) delegiert OB Reiter die meisten Fragen an die jeweiligen Fachbereiche, die erste Frage nach den Plänen für eine Rückmigration zu Microsoft beantwortet er ausweichend. Er sagt, ihm seien seit Beginn der aktuellen Berichterstattung über Rückkehrpläne zu Microsoft viele Fragen zugetragen worden mit dem Tenor, ob »unsere IT insgesamt so aufgestellt ist, dass sie die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer jederzeit zufriedenstellend abdecken kann und insgesamt leistungsfähig genug für eine modere Großstadtverwaltung ist«. Hierbei gehe es nicht um seinen persönlichen Geschmack oder seine eigenen Erfahrungen mit Open Source.

Laut dem OB hat die angekündigte Gesamtüberprüfung der Münchner IT noch nicht begonnen, sei aber von ihm beauftragt worden. Hier sei vordergründig nicht das verwendete Betriebssystem im Fokus, sondern Effektivität und Wirtschaftlichkeit. Auf die Frage, aufgrund welcher Beschwerden diese Überprüfung notwendig sei und ob gesichert sei, dass Beschwerden auch wirklich mit dem Umstieg auf Open Source zu tun haben, führt Reiter aus, es habe im Rahmen der Mitarbeiterbefragung »Great Place to Work« insgesamt rund 1.000 Anmerkungen zur IT gegeben. Derzeit sei aber noch nicht ersichtlich, was sich davon direkt auf Open Source beziehe.

Reiter bestätigt zudem, dass durch die Migration laut einer Erhebung aus 2012 bis dahin 11 Millionen Euro eingespart wurden. Ein Teil davon resultiere aus der Tatsache, dass bei der Migration ältere Hardware nicht gleich ersetzt werden musste. Auf die Frage, welche Investitionen in die Limux-Umstellung bei einer Rückkehr zu Microsoft verloren wären, beziffert dies die Leitung von it@M mit rund 14 Millionen Euro. Das sind die Limux-Projektausgaben laut dem Abschlussbericht. Die bei einer Rückmigration entstehenden Kosten für Hardware beziffert die IT-Abteilung mit rund 3,15 Millionen Euro bei einer Rückkehr zu Windows 7. Bei Windows 8 seien die Kosten nochmals wesentlich höher anzusetzen.

Die Frage, welches System mehr Sicherheit biete, lässt sich aus Sicht der städtischen IT-Verantwortlichen nicht eindeutig beantworten, beide Systeme hätten hier Vor- und Nachteile. Gefragt, ob die vom OB-Stellvertreter Josef Schmid kolportierte Verzögerung bei der Auslieferung von Smartphones für die Bürgermeister dem Open-Source-Umfeld geschuldet sei, verneinte Reiter. Die Ursache sei in der Neueinführung von iPhones in der Verwaltung und damit verbundene Sicherheitsmaßnahmen zu sehen.

Abschließend werden die bisher für die Münchner IT Verantwortlichen befragt, wie sie zu Limux und einer eventuellen Rückkehr zu Microsoft stehen. Die für die Migration verantwortliche dritte Bürgermeisterin Christine Strobl steht hinter den 2001 und 2004 gefassten Beschlüssen, deren Ergebnisse unter ihrer Ägide im Dezember 2013 offiziell abgenommen wurden.

Die IT-Verantwortlichen der Stadt sehen die Migration ebenfalls als Erfolg an, wenn auch noch Anpassungen vorzunehmen seien. Sie betonen, dass eine Rückkehr zu Microsoft einen enormen Aufwand darstellen würde, der aber keinesfalls dazu führen würde, dass es dann keine Probleme mehr gäbe.

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