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Mo, 20. Oktober 2014, 12:55

Hardware::Systeme

Kickstarter stoppt Anonabox

Nachdem Ende der vergangenen Woche Zweifel an der Redlichkeit und an den Fähigkeiten der Anonabox-Entwickler aufgekommen sind, hat Kickstarter das Projekt nun vorläufig gestoppt. Als Grund gab die Plattform massive Unstimmigkeiten an.

Anonabox

Anonabox-Team

Anonabox

Die Idee an sich war zwar nicht neu, doch schien sie zahlreichen Anwendern zu gefallen – ein Gerät, das beispielsweise Zensurbehörden umgeht, so dass die Menschen weiterhin auf sämtliche Informationen zugreifen können. Anonymisierung und Verschlüsselung sollten gleichsam in einem Gerät vereint sein und auch von Anwendern eingesetzt werden können, die sich weniger gut mit der entsprechenden Software auskennen. Geplant war, dass die als »Anonabox« bezeichnete Hardware zwischen einen ISP-Router und die internetfähigen Geräte geschaltet wird, so dass sie automatisch die komplette Kommunikation verschlüsselt. Als Software sollte dabei unter anderem Tor zum Einsatz kommen.

Innerhalb kürzester Zeit erreichte August Germar, Initiator der Kampagne, nicht nur das angepeilte Ziel von 7500 US-Dollar, sondern übertraf es massiv. Knapp 600.000 USD an Mitteln waren die Investoren bereit, Germar zu überlassen, damit er die Anonymisierungsbox erstellt. Nachdem Mitte der vergangenen Woche allerdings erste Zweifel an dem Projekt aufkamen, zogen manche Investoren ihre Zusagen zurück.

Stein des Anstoßes war Germars Aussage, wonach es sich bei der Anonabox um freie Hardware handeln sollte. Doch bereits kurze Zeit später fanden Anwender heraus, dass es sich bei der kompletten Box wohl um den aus chinesischer Produktion stammenden Mini WIFI-Router NEXX WT3020 handelt, der im Handel für nicht einmal 20 USD über die Theke geht. Die Anonymisierungsbox dagegen sollte für mindestens 50 USD angeboten werden. Zusätzlich wären auch noch 15 USD für den Versand außerhalb der Vereinigten Staaten fällig gewesen.

Das Vertrauen – das wohl wichtigste Gut bei einem solchen Gerät – war erschüttert. Die Anonabox, die längst von einigen Nutzern in Anonahoax umbenannt wurde, geriet unter Beschuss. Germar selbst versuchte zwar, aufkommende Zweifel zu zerstreuen, doch verstrickte er sich stattdessen in immer mehr Widersprüche und musste schlussendlich einräumen, dass seine Box doch nicht vollends eine Neuentwicklung darstellte. Als dann allerdings noch massive Sicherheitsmängel in den Prototypen gefunden wurden, die es fortgeschrittenen Anwendern mühelos ermöglichten, nicht nur die Nutzer auszuspionieren, sondern auch die Box selbst zu modifizieren, brachen alle Dämme. Im Stundentakt veröffentlichten Anwender Probleme mit der Box.

Mittlerweile hat auch Kickstarter reagiert und die Finanzierungsaktion für die Box vorerst gestoppt. So will die Plattform in den kommenden Tagen die Sachlage weiter klären. Das Sicherheitsteam habe laut einer E-Mmail an die Investoren diverse Verstöße gegen die Regeln der Seite bemerkt und geht unter anderem dem Verdacht nach, wonach es sich bei der Box um die Arbeit von Dritten handeln könnte. Dementsprechend sind im Moment alle Zusagen storniert, was faktisch dem kompletten Stopp der Aktion entspricht.

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