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Di, 21. Oktober 2014, 15:01

Software::Grafik

Freier X-Treiber für Raspberry Pi macht Fortschritte

Eric Anholt, der seit Juni dieses Jahres von Broadcom bezahlt wird, um einen freien Grafiktreiber für den Raspberry Pi zu entwickeln, meldet wesentliche Fortschritte.

Raspberry Pi, Modell B+

Raspberry Pi Foundation

Raspberry Pi, Modell B+

Der im Mesa-Projekt engagierte Entwickler Eric Anholt wechselte im Juni 2014 von Intel zu Broadcom, für die er nun einen freien Grafiktreiber für den 2708-Chipsatz entwickelt. Dieser Grafikchip, der einen VideoCore-IV-Grafikkern (VC4) aufweist, wird unter anderem im Raspberry Pi verwendet.

Bisher war der Grafiktreiber des Raspberry Pi keine freie Software, sondern im Wesentlichen ein binärer Blob von Broadcom. Seit März dieses Jahres, als Broadcom den Treiber für den VideoCore-IV-Grafikkern freigab, steht jedoch eine drastische Besserung in Aussicht. Damit wurde der vormals proprietäre Baustein der erste komplett freigegebene mobile Grafikkern. Die gesamte Software zur Ansteuerung des Chips wurde unter die BSD-Lizenz gestellt, und es wurde genug Dokumentation mitgeliefert, um den Treiber verstehen, ändern und erweitern zu können. Der von Broadcom bereitgestellte Code ließ sich aber offenbar nicht unmittelbar nutzen, sondern musste noch angepasst werden.

Die Freigabe veranlasste die Raspberry Pi Foundation dazu, einen Wettbewerb auszuschreiben, der einen freien Treiber für den Kleinstrechner zum Ziel hatte. Zwar wurde dabei ein Treiber entwickelt, doch arbeitete er offenbar nicht zufriedenstellend.

Auf der anderen Seite holte sich Broadcom Eric Anholt ins Boot, der einen Treiber auf Basis von Mesa und DRM erstellen sollte. Anholt erkannte schnell, dass die Arbeit nicht leicht sein und recht lange dauern würde. Wie er jetzt allerdings in seinem Blog berichten kann, macht der Treiber Fortschritte. Gerade in den letzten Tagen trug ein Treffen mit anderen Entwicklern von Broadcom und Raspberry Pi dazu bei, einige größere Hürden zu nehmen.

Unter anderem konnte Anholt die Reset-Funktion implementieren, die allein schon deshalb nützlich ist, weil sie die Testzyklen von fünf Minuten auf 2-30 Sekunden reduzieren kann. Eine weitere abgeschlossene Arbeit ist der Treiber zum Einstellen des Videomodus von X11, und Verbesserungen in DRI2 ermöglichen eine weitgehende Unterstützung von GLX (OpenGL unter X). Nach Gesprächen mit seinen Entwicklerkollegen gibt es nun eine klare Vorstellung davon, wie der komplette Display-Treiber-Stack aussehen soll.

Zur Zeit arbeitet ein Entwickler daran, das Kernel-Modul zum Umschalten der Grafikmodi die Taktgeber des Grafikchips verwalten zu lassen. Damit wird es bald erstmals möglich sein, den Grafikmodus ohne Verwendung des proprietären Treibermoduls zu setzen. Gleichzeitig arbeitet Anholt weiter an den eigentlichen Grafikfunktionen und kann an die 90% der Piglit-Tests bereits erfolgreich bewältigen. Der aktuelle Stand der Entwicklung ist auf der VC4-Seite im DRI-Wiki zu finden.

Noch immer ist aber eine Menge Arbeit zu tun. Die Fortschrittsüberwachung der Render-Jobs soll auf Interrupts umgestellt werden. Kommandos sollen über eine Warteschlange an den Kernel geschickt werden, so dass mehrere Benutzerprozesse gleichzeitig Jobs an den Grafikprozessor senden können. Die Programmierschnittstelle zwischen Benutzerprozessen und dem Kernel ist auch noch nicht fertig und muss noch aufgeräumt werden, um die Arbeit in den offiziellen Linux-Kernel zu bekommen. Auch am Caching muss noch gearbeitet werden.

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