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Di, 11. November 2014, 15:17

Software::Browser

Mozilla feiert Firefox-Jubiläum

Vor zehn Jahren, am 9.11.2004, wurde Firefox in der Version 1.0 veröffentlicht. Mozilla feiert aus diesem Anlass »Wahlfreiheit, Kontrolle und Unabhängigkeit im Web« mit einer Reihe von Aktionen.

Mozilla Foundation

Chris Beard, Geschäftsführer von Mozilla, gibt im Mozilla-Blog eine Übersicht über die Aktionen. Seiner Ansicht nach hat Firefox dazu beigetragen, das Internet zu retten, das damals drohte, von der Monokultur eines einzelnen Herstellers eingenommen zu werden. Als Microsofts Internet Explorer alle Konkurrenten fast komplett verdrängt hatte, drohten ein technologischer Stillstand und ein Internet, das nur noch den Interessen eines Unternehmens diente. Die Ankunft von Firefox 1.0 setzte dem ziemlich schnell ein Ende.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Firefox schon eine bewegte Geschichte hinter sich. Mozilla gründete sich nach der Freigabe des Quellcodes des Netscape-Browsers 1998 und begann mit dem Aufräumen des Codes, der schließlich, viel später als gedacht, am 6.6.2002 zur Freigabe von Mozilla 1.0 führte. Doch der Browser war für die damalige Zeit speicherhungrig und langsam. Verschiedene Projekte entstanden, die die Engine von Mozilla, Gecko nahmen und um sie herum einen entschlackten, schnelleren Browser schaffen wollten. Eines davon nannte sich Phoenix und erschien am 24.9.2002 in Version 0.1. Der Browser erschien so vielversprechend, dass sich Mozilla nach der Freigabe von Mozilla 1.4 entschloss, Phoenix als Browser zu adoptieren, den E-Mail-Client Thunderbird zu schaffen und den Rest aufzugeben. Doch es gab auch Anwender, die auf den integrierten Browser nicht verzichten wollten und ihn als Seamonkey weiterführten.

Bald darauf sah sich Mozilla gezwungen, den bereits anderweitig vergebenen Namen Phoenix zu ändern. Der zunächst gewählte Name Firebird wurde allerdings heftig kritisiert, weil er zu Verwechslungen mit der Datenbank geführt hätte. So kam Firefox schließlich zu seinem heutigen Namen und konnte nach 19 Monaten Entwicklung in Version 1.0 freigegeben werden.

Heute wird Firefox von hunderten von Millionen Menschen genutzt, so Chris Beard. Mit Firefox setzte sich Mozilla das Ziel, Wahlfreiheit, Kontrolle und Unabhängigkeit im Web zu verteidigen und zu fördern. mit Firefox gab es wieder Wettbewerb und Innovation im Web, und das Web blieb offen, unabhängig und universell verfügbar.

Um das zehnjährige Jubiläum der Veröffentlichung gebührend zu feiern, hat Mozilla eine Jubiläums-Edition von Firefox mit verbessertem Schutz der Privatsphäre herausgegeben. Außerdem wurde die Firefox Developer Edition vorgestellt, die es Entwicklern ermöglicht, die aktuelle Alphaversion von Firefox parallel und unabhängig von der stabilen Version zu installieren. So können Entwickler die jeweils neuesten Funktionen testen oder drei Monate vor der Allgemeinheit bereits nutzen.

Auch das neue Projekt Polaris will die Privatsphäre der Benutzer besser schützen. In dieser Initiative arbeitet Mozilla mit dem Center for Democracy & Technology (CDT) und dem Tor-Projekt zusammen. Im Rahmen der Initiative sollen sich Mozilla-Entwickler die vom Tor-Projekt vorgenommenen Änderungen ansehen und nach Möglichkeit in Firefox integrieren. Mozilla will außerdem leistungsfähige Tor Middle Relays aufsetzen, um das Tor-Netzwerk zu beschleunigen. Ein zweiter Aspekt der Initiative soll sich mit Möglichkeiten befassen, die Privatsphäre der Benutzer zu verbessern, ohne die grundlegenden Interessen von Werbetreibenden zu verletzen, die die Einstellungen der Benutzer beachten. In ähnlichem Sinne soll auch die neue Firefox-Übersichtsseite funktionieren, die Werbeplätze anbietet, aber keine Verfolgung der Benutzer zulassen soll. Desweiteren sind technologische Fortschritte zu vermelden, wie Andreas Gal schreibt. JavaScript wird für Echtzeitspiele brauchbar, und die JavaScript-Engine von Firefox ist dabei, zur Konkurrenz (Chrome und Safari) aufzuschließen oder sie gar zu überholen. Fortschritte in Audio und Video machen Video-Chats wie das demnächst kommende Firefox Hello möglich.

Auch Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla-Stiftung, schließt sich den Feierlichkeiten an und reflektiert noch einmal die Ziele von Mozilla und die Zukunft des offenen Internets. Firefox hat im Desktop-Bereich gewonnen, doch das Web sieht sich heute wieder verschiedenen Bedrohungen gegenüber. Solange das Web dezentral ist, so Baker, ist es offen und jeder kann tun, was er will, und Innovationen schaffen. Heute scheint aber alles in Richtung »mobil« oder »sozial« oder »Big Data« zu gehen, und die Wahl des Endgeräts hat einen großen Einfluss darauf, was man im Web tun kann. Das sei nicht besser als die Microsoft-Dominanz vor zehn Jahren. Das Ziel von Mozilla sei es, das zu ändern. Das sei auch für sie selbst die Motivation, bei Mozilla weiterzumachen.

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