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Di, 9. Dezember 2014, 16:52

Software::Distributionen::Fedora

Fedora 21 freigegeben

Das Fedora-Projekt hat die 21. Ausgabe der Linux-Distribution freigegeben. Ein ganzes Jahr nach Fedora 20 kommt die grundlegend neu strukturierte Distribution jetzt in den Varianten Cloud, Server und Workstation.

Gnome-Desktop in Fedora 21

Fedora-Projekt

Gnome-Desktop in Fedora 21

Fedora 20 war eine Woche vor Weihnachten 2013 erschienen und turnusmäßig wäre die nächste Version im Mai 2014 fällig gewesen. Doch das Projekt gönnte sich eine Pause, um die Initiative Fedora.next auszuarbeiten. Im Rahmen dieser Initiative wurde Fedora in drei »Produkte« aufgeteilt: Cloud, Server und Workstation. Die Fedora Spins, abgeleitete Distributionen für spezielle Einsatzzwecke oder spezifische Vorauswahl von Paketen, beruhen auf einem dieser Produkte und bleiben im Wesentlichen erhalten.

Die gemeinsame Basis des soeben veröffentlichten Fedora 21 sind die grundlegenden Pakete, vom Kernel über das Installationsprogramm Anaconda, Systemd, RPM und einige mehr, die für sich allein aber noch keine benutzbare Distribution ergeben, sondern durch weitere Pakete ergänzt werden müssen. Der Vorteil dieser Basis ist, dass sie vergleichsweise klein ist und kaum Änderungen unterliegt. Das macht sie zu einer stabilen Plattform, auf die andere Initiativen aufbauen können.

DevAssistant in Fedora 21

Fedora-Projekt

DevAssistant in Fedora 21

Die Neuerungen in Fedora 21 sind umfangreich. Die Cloud-Version bringt Images, die sowohl in privaten als auch in öffentlichen Clouds nutzbar sind. Durch die Aufteilung der Kernel-Module in ein kleines Paket, das auf die wenigen in der Cloud benötigten Treiber reduziert wurde, und ein Paket mit all den weiteren Treibern, konnten die Images gegenüber Fedora 20 um 25% verkleinert werden. Eine weitere Variante ist ein »Atomic-Server«, der nur eine minimale Auswahl von Paketen mitbringt und der mithilfe von rpm-ostree erstellt wurde. Das im April gestartete Projekt Atomic hat das Ziel, eine Server-Umgebung zu schaffen, die speziell für den Einsatz von Docker optimiert ist.

Fedora Server bringt zahlreiche neue Verwaltungswerkzeuge wie das webbasierte universelle Cockpit, Rolekit und OpenLMI. Der Server kann in eine Domain Controller-Rolle schlüpfen und bringt die integrierte Identitäts- und Authentifikationslösung FreeIPA mit.

Die bisherige Desktop-Edition Fedora Workstation bringt die Desktop-Umgebung Gnome in Version 3.14. Andere Desktops stehen als »Spins« zur Verfügung, darunter MATE 1.8 und das aktuelle KDE SC 4.14 mit den Bibliotheken des KDE Frameworks 5. Gnome 3.14 lässt sich fast ohne merkliche Einschränkungen mit Wayland verwenden, das als Technologievorschau dabei ist. Allerdings bleibt X11 noch bis mindestens Fedora 22 der Standard.

Der Software-Installer ist das Zentrum für Anwender, die zusätzliche Pakete für ihr System suchen. Das Programm wurde in dieser Version schneller und benutzerfreundlicher und bietet eine stark vergrößerte Paketauswahl an. Neu ist das Werkzeug DevAssistant, das Entwicklern helfen soll, Entwicklungsumgebungen für ihre Projekte einzurichten, so dass sie sich mehr auf das Schreiben von Code konzentrieren können. Da Entwickler viel mit Terminals arbeiten, wurde hier zusätzlicher Komfort eingebaut, unter anderem die Option eines transparenten Hintergrunds, automatische Aktualisierung des Titels, Umschalter zum Deaktivieren von Tastenkürzeln und Suche nach Terminals anhand des Namens in der Gnome-Desktop-Übersicht.

Die Installation der Desktop-Edition soll besonders einfach vor sich gehen und im Wesentlichen nur aus der Festlegung der Partitionierung bestehen. Da Installationen von USB-Flash-Medien wesentlich komfortabler sind, haben die Entwickler auch ein neues Programm geschaffen, das das Installations-Image nach dem Download ganz einfach auf das USB-Medium bringt.

Man kann Web-Dienste in Fedora 21 fast wie native Anwendungen aussehen lassen, indem man sie in einem Browser-Fenster ohne die üblichen Bedienelemente laufen lässt. Eine weitere Desktop-weite Änderung ist die Unterstützung für Displays mit sehr hoher Auflösung.

Fedora 21 beruht auf dem Linux-Kernel 3.17. SDDM wird bei KDE SC als neuer Anmeldemanager verwendet. Einige neue Systemd-Funktionen kommen ebenfalls zum Einsatz. So bietet jede Service-Datei zwei Schalter, die die Sicherheit erhöhen können. Mit PrivateDevices=yes/no und PrivateNetwork=yes/no kann der Zugang zum Netz und der zu /dev nach Bedarf geregelt werden. Zudem kann das Journal dahin gehend konfiguriert werden, dass es Logs im Formal von journald an andere Rechner ausliefert. Weitere Aktualisierungen sind Make 4.0, Mono 3.4, PHP 5.6, Python 3.4, Ruby on Rails 4.1 und RPM 4.12. Alle Pakete wurden mit GCC 4.9 generiert.

Die Images für Fedora 21 sind zum Download in allen Varianten auf den Servern zu finden. Bei den Cloud Images findet sich auch ein speziell auf Docker ausgelegtes Abbild.

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