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Mi, 10. Dezember 2014, 08:55

Software::Virtualisierung

Qemu 2.2 freigegeben

Der CPU- und System-Emulator Qemu liegt jetzt in Version 2.2 vor. Die aktuelle Version enthält zahlreiche Verbesserungen, darunter die Emulation von IOMMU und mehr Parallelität in virtuellen Blockgeräten.

Mirko Lindner

Qemu ermöglicht es, auf einem Rechner ein virtuelles Gastsystem auszuführen. Als Emulator eingesetzt, kann Qemu Betriebssysteme und Programme, die für eine bestimmte Architektur erstellt wurden, auf einer anderen Architektur ausführen. Dabei wird durch den Einsatz eines Just-in-Time-Compilers eine recht hohe Ausführungsgeschwindigkeit erreicht. Qemu kann jedoch auch als Virtualisierer eingesetzt werden. Dabei läuft die virtuelle Maschine fast genauso schnell wie ein reales System, wenn Qemu als Frontend für Hypervisoren wie Xen oder KVM eingesetzt wird.

Qemu 2.2 bringt wiederum zahlreiche Änderungen. Das Standard-Ausgabegerät ist jetzt stdvga anstelle von cirrus, weil ersteres nach Ansicht der Entwickler in den meisten Gastsystemen besser funktioniert. Während das cirrus-Gerät einen VGA-Chip von Cirrus, den GD 5446, emuliert, mimt stdvga einen generischen VGA-Chip, der zwar keine Hardware-Beschleunigung anbietet, aber bezüglich Auflösung und RAM weit über reale VGA-Chips hinausgeht.

Zahlreiche Änderungen gab es bei der Unterstützung verschiedener Architekturen. ARM kann jetzt auch dann einen Device Tree laden, wenn kein Kernel angegeben oder ein ELF-Image gebootet wird. Breakpoints und Watchpoints können nun emuliert werden. Die MIPS-Emulation unterstützt MIPS64 Release 6 und die SIMD-Architektur. Die Freescale-Architektur unterstützt Breakpoints, den e500 Platform Bus und den GPIO-Controller MPC8XXX. s390 ermöglicht Speicher-Hotplug und CPU-Migration und beschleunigt den SMP-Start und das Online- und Offline-Setzen von CPUs. Neu ist die Unterstützung der TriCore-Architektur. Unter x86 kann nun die IOMMU emuliert werden, und unter KVM werden die AVX512-Instruktionen nutzbar.

Die SCSI-Emulation kann jetzt herstellerspezifische Kommandos durchreichen. Erste Schritte wurden unternommen, um virtio-scsi mit mehreren Ein/Ausgabethreads betreiben zu können. Bei virtio-blk ist das bereits möglich, in dieser Version wurde die Funktionalität auf zahlreiche weitere Operationen ausgedehnt. USB-Controller sind jetzt Hotplug-fähig, und Mäuse und Tastaturen können mit USB 2.0 betrieben werden statt USB 1.1, was zu einer effizienteren Ausführung führt. Verbindungen mit Client-Sockets können nun automatisch wieder hergestellt werden. Außerdem unterstützt Qemu jetzt Samba 4.1.

Darüber hinaus erhielt Qemu in der neuen Version zahlreiche weitere Verbesserungen und Korrekturen. Einzelheiten findet man im Änderungslog. Der Quellcode von Qemu 2.2 steht auf der Download-Seite zur Verfügung.

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