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Do, 11. Dezember 2014, 12:38

Gesellschaft::Politik/Recht

LiMux: Serverausfall sorgt für neue Kritik

Ein Software-Problem hat am Wochenende das Münchner Rathaus lahmgelegt und offenbar den regierenden Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) aufgebracht. Während diverse Medien bereits über das Aus spekulieren, weist das Rathaus entsprechende Berichte zurück.

Stadt München

Aufgrund diverser Probleme mit dem Mailserver konnten in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitarbeiter der bayerischen Landeshauptstadt nur eingeschränkt Nachrichten versenden oder empfangen. Das wohl prominenteste »Opfer« war dabei der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), dessen Mobiltelefon wohl nicht nur Überstunden leisten musste, sondern der puren Flut an SMS-Nachrichten wegen zu kollabieren drohte. So gingen teilweise binnen kürzester Zeit 50 SMS hintereinander ein. Ein Umstand, der Reiter wohl in Rage brachte. »Dass der Mailserver der Stadt München tagelang nicht erreichbar ist, kann ich nicht akzeptieren«, sagte Reiter der Münchner Abendzeitung. »Da muss es technische Möglichkeiten geben, das zu verhindern.«

Bereits in der Vergangenheit erwies sich Reiter, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Christian Ude, als ein erbitterter Gegner der Linux-Infrastruktur und als »Windows-Fanboy«. Dem entsprechend prophezeien diverse Medien bereits das Aus für das Projekt. »Das umstrittene Betriebssystem Limux steht damit vor dem Aus«, schreibt die AZ. Denn, »die Stadt investiere eben jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag, um eine optimale und mit privaten Unternehmen vergleichbare EDV-Leistung zu haben«, so die Zeitung weiter, »da kann ich mit der zweitbesten Lösung nicht zufrieden sein«.Wie Reiter weiterhin sagt, soll das städtische IT-System deshalb von einem externen Gutachter überprüft werden.

Das Problem dabei – bei aller berechtigten Kritik an einem Ausfall eines Systems – der Server hat nur bedingt etwas mit dem eigentlichen LiMux-Projekt zu tun, denn LiMux zielt einzig und alleine auf die Desktop-Systeme. Die Rathausführung bemüht sich nun deshalb, die Geschehnisse und die Fakten zu sortieren. Wie Heise Online berichtet, rudert deshalb OB-Sprecherin Petra Leimer-Kastan zurück und versucht, die ihrer Meinung nach aus dem Kontext gerissenen Aussagen wieder gerade zu rücken. Reiter wisse laut Heise durchaus, dass es keinen Zusammenhang zwischen LiMux und den Servern gebe - auch wenn alle unter Linux liefen. »Sämtliche Gerüchte stimmten nicht, dass sich der Oberbürgermeister für einen Wechsel zurück zu Microsoft ausgesprochen habe«, schreibt Heise deshalb. »Es bleibe dabei, dass eine "ergebnisoffene" Bestandsaufnahme der gesamten IT durchgeführt werde«. Eine Aktion, die bereits in der Vergangenheit angekündigt wurde.

Unterdessen muss sich auch Reiter Kritik anhören, denn offenbar hat der OB früher mit der Presse als mit dem eigenen Dienstleister IT@M gesprochen. Der Personalrat der Stadtverwaltung hatte Reiter bereits in der Vergangenheit in einem offenen Brief vorgeworfen, »kontraproduktiv« zu handeln. Die zunehmend in die Öffentlichkeit getragenen Zweifel an dem Projekt wirken »alles andere als stabilisierend«, so die Vorsitzende Ursula Hofmann.

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Kommentare (Insgesamt: 40 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Egal ob Linux oder Windows ... (Ignatzius, Di, 16. Dezember 2014)
Re: Egal ob Linux oder Windows ... (Debian KDE Nutzer, Mo, 15. Dezember 2014)
Egal ob Linux oder Windows ... (wagnbeu0, Mo, 15. Dezember 2014)
Re[2]: Die billigste (Ignatzius, So, 14. Dezember 2014)
Re: Windows updaten legen regelmäßig Systeme lahm. (Debian KDE Nutzer, So, 14. Dezember 2014)
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